Heiligenhaus: Eine Frau packt an
VON PAUL KÖHNES - zuletzt aktualisiert: 03.01.2009Düsseldorf (RPO). Die Rumänienhilfe des Vereins „Vergessene Kinder“ geht ins elfte Jahr. Im Februar soll der nächste Lkw mit Hilfsgütern nach Siebenbürgen fahren. Organisatorin Petra Ulrich wird mit vor Ort sein.
„Inzwischen hat der Verein ,Vergessene Kinder’ in Rumänien einen guten Namen.“ So klingt Petra Ulrichs kurze Zwischenbilanz ihrer Hilfsaktion. Dahinter stehen zehn Jahre harte Arbeit und persönlicher Einsatz. Sich einen Namen vor Ort in Siebenbürgen zu machen – das hat die Zusammenarbeit mit offiziellen Stellen erleichtert. Trotzdem.
Die Organisation der Hilfslieferungen von Heiligenhaus aus bleibt ein steter Balanceakt: „Mal sind die Hilfsgüter da, aber nicht genügend Geld für den Transport, mal ist es umgekehrt“, so die Erfahrung. Im Augenblick sind die Vereinsmitglieder dringend auf der Suche nach Hilfsgütern wie Bettwäsche und Schuhen. Denn im Februar soll der nächste Transport per Lkw losfahren. Derzeit aber ist die Lagerhalle bis auf wenige Container leer. Und die Reise soll sich lohnen.
Kontakt
Sammelstelle: Medizinisches Zentrum Villa Nonnenbusch, Südring 180, Heiligenhaus Tel. 02056 921727 und Tel. 02056 255327.
Unter www.vergessene-kinder.com sieht man die Entwicklung des Vereines, seine Arbeit und seine Ziele und auf welche Weise man den rumänischen Familien helfen kann.
Petra Ulrich selbst wird vor Ort bei der Verteilung mit dabei sein. Ihr ist nicht nur der Kontakt zu den offiziellen Stellen wichtig, sondern vor allem die Begegnung mit den Menschen, die in Siebenbürgen auf die Hilfe angewiesen sind. „Vergessene Kinder“ betreut unter anderem 400 Menschen in ihren Familien. Man will vor allem Perspektiven für die Kinder schaffen. „Wir sagen den Leuten immer: ,Schickt eure Kinder in die Schule’. Aber das sagt sich leicht, wenn der Weg zur Schule und zurück täglich mehrere Stunden Fußmarsch und Bustour bedeutet.“
Erleichtert wird die Hilfe inzwischen wieder dadurch, dass einige Richtlinien außer Kraft gesetzt sind, die nach dem EU-Beitritt aufgestellt wurden: „Wir durften zeitweise keine Unterwäsche, keine Schuhe und keine Kleidung für Kinder unter drei Jahren mehr einführen“, erinnert sich Ulrich. Das ist nun wieder anders.
Zwischenzeitlich hatten sich die Helfer selbst am Ort darum bemüht, zum Beispiel Schuhe aufzutreiben. das Problem: es gab keine.Wenn Petra Ulrich in diesem Jahr nach Rumänien kommt, hat sie Pläne für die Übernahme eines Kindergartens dabei. In ihm sollen – so die mittelfristige Vorstellung – Kinder auf den Besuch einer deutschen Schule vorbereitet werden. Ein neuer Absatz in der Familienbetreuung, zu der inzwischen auch eine Sozialstation mit 50 Plätzen gehört.
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