Ratingen: "Enkeltrick": Seniorin um 35.000 Euro betrogen
zuletzt aktualisiert: 15.02.2012 - 12:15Ratingen (RPO). Am Dienstag wurden der Polizei in Ratingen vier Fälle der seit mehreren Jahren bekannten „Enkelmasche“ gemeldet. Betrüger, die mit dem Enkeltrick arbeiten, rufen meist ältere Menschen an und beginnen das Telefonat mit Phrasen wie: „Rate mal wer hier spricht“.
Nach Angaben der Polizei erhielt eine 96-jährige Ratingerin gegen 12.30 Uhr einen Anruf von einer angeblichen Nichte. Die erzählte der Seniorin, dass sie dringend 27.000 Euro benötige. Allerdings überschätzte die Betrügerin das Vermögen der älteren Dame. Als die Rentnerin antwortete, dass sie einen solchen Betrag gar nicht besitze, war das Gespräch schnell wieder beendet.
Gegen 15 Uhr erhielt eine 87-jährige Dame aus Ratingen-Ost einen ähnlichen Anruf. Diesmal bat die falsche Nichte um eine „finanzielle Unterstützung von nur 2000 Euro“. Auf diese Bitte hin begab sich die Seniorin zu ihrer Bank, um das Geld abzuheben. Die ältere Dame hatte Glück, dass der Bankangestellte den so genannten „Enkeltrick“ erkannte und die Polizei verständigte. Die Betrügerin meldete sich nicht mehr zu einer Geldübergabe.
Zwischen 15.15 Uhr und 16 Uhr wurde eine 92-Jährige gleich mehrmals von einer angeblichen Urenkelin angerufen und um Geld gebeten. Da die ältere Dame keine Zusage gab, kam es auch hier nicht zu einem Betrug.
Zu weiteren Betrugsversuchen kam es zwischen 16 Uhr und 17 Uhr. Wieder rief eine Frau bei einer Seniorin an. Diesmal gab die Betrügerin sich als „alte Freundin“ aus, die gerade vor dem Abschluss eines Hauskaufes steht. Die 67-Jährige Senioren war bereit ihrer „alten Freundin“ 35.000 Euro zum Abschluss des Hauskaufes zu leihen. In diesem Fall ging die Sache nicht glimpflich aus. Die Betrügerin schickte eine angebliche Sekretärin des Notars bei der älteren Dame vorbei, um das Geld abzuholen.
Erst nach der Übergabe des Geldes rief die Ratingerin ihre richtige Freundin an, die natürlich nichts von einem Hauskauf wusste. Als die 67-Jährige den Betrug am späten Abend anzeigte, waren die Fahndungsmaßnahmen nach der betrügerischen Geldbotin nicht mehr Erfolg versprechend.
Die Betrügerin wird von der Seniorin wie folgt beschrieben. Eine etwa 30-jährige Osteuropäerin, ungefähr 1,60 Meter groß und schlank. Sie hat ein schmales Gesicht und dunkle, mittellange Haare. Die Frau trug eine schwarze Jacke und hatte ein gepflegtes Erscheinungsbild.
Weitere Ermittlungen wurden veranlasst. Hinweise zur gesuchten Person nimmt die Polizei unter der Nummer 02102 / 9981-6210 jederzeit entgegen.
Die Polizei rät dazu, bei Anrufen immer misstrauisch zu sein und keine Angaben zu familiären oder finanziellen Verhältnissen zu machen. Bei Geldangelegenheiten sollte stets Absprache mit anderen Familienmitgliedern gehalten werden. Wer vermutet, Opfer des „Enkeltricks“ oder eines ähnlichen Betrugsversuchs geworden zu sein, sollte sofort die Polizei unter der Notrufnummer 110 informieren.
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