Heiligenhaus: Erfolg für Akkordeonfreunde
VON RUTH ORTLINGHAUS - zuletzt aktualisiert: 22.10.2008Düsseldorf (RPO). Mit rund 700 Gästen war das Jubiläums-Konzert der Musikgruppe ausverkauft. Und das, obwohl Unbekannte dem Ensemble zwei Wochen zuvor Instrumente und Technik im Wert von rund 10 000 Euro gestohlen hatten.
RP-Leser spendeten
Lutz Strenger von den Akkordeonfreunden betonte, dass nach dem Instrumenten-Diebstahl vor allem RP-Leser großzügig für den Neukauf gespendet hätten. Dafür bedankte sich der Musiker ausdrücklich.
Stimmung pur in der Aula des Kant-Gymnasiums. 700 begeisterte Zuhörer jubelten den Akkordeonfreunden zu, die mit einer grandiosen Choreographie, unterstützt von Keyboard, Schlagzeug und Saxophon, eine abwechslungsreiche Reise durch die Welt der Unterhaltungsmusik von der Klassik bis Pop boten. Und das nach dem großen Schock vor zwei Wochen.
Wie die RP berichtete, hatten Unbekannte Anfang Oktober aus dem Probenkeller der Akkordeonfreunde Instrumente und Technik im Wert von rund 10 000 Euro gestohlen. Drei Akkordeons, ein E-Piano, ein Keyboard, Mikrofone, Kabel und Lautsprecher hatten die Diebe mitgehen lassen. Folge: Alles musste neu angeschafft werden – für das bereits zu diesem Zeitpunkt ausverkauften Konzert in der Kant-Aula. Doch die Ensemble-Mitglieder haben sich nicht unterkriegen lassen.
Musik und Freundschaft – das sind die verbindenden Elemente, die die 13 junge Heiligenhauser seit 20 Jahren zum Konzertieren animierten. Inzwischen werden Partner und Kinder mit eingebunden in eine große Interessengemeinschaft, die sich mit Haut und Haaren der Musik verschrieben hat.
Kopf des „Klangkörpers“ ist das musikalische Multitalent Lutz Strenger, der die Arrangements schreibt, sie in Teamarbeit passend aneinander reiht und mit tollen Effekten unterstreicht. Das Ergebnis sind Mammutprogramme, die Jung und Alt von den Stühlen reißen – wie beim großen Jubiläumskonzert.
Professionell, geistreich und humorvoll führten Katja Hiltmann und Jens Strenger durch das Programm „20 Jahre Akkordarbeit von gestern bis heute“. Gleich die ersten Stücke „Granada“, „Tum of a Friendly Card“, Songs aus „Phantom der Oper“ und der Filmmusik aus „Morgens um sieben“ zeigten die hohe Musikalität jedes Einzelnen, wobei Schlagzeug, Saxophon (fantastisch: Matthias Bartylla) und Keyboard den Akkordeonklänge den bereichernden Pfiff gaben.
Ein ausgesprochener Glücksfall war die Sängerin Denise Olbricht mit ihrer warm timbrierten Stimme und ihrer großen Bühnenpräsenz. In herrlicher Klangfärbung intonierte sie „What a feeling“ und andere Songs. Passende Dias flimmerten über die Bühne und Aphorismen über die Freundschaft und Musik brachte besinnliche Minuten. Ein Medley des größten italienischen Soundtrack-Komponisten Morricone begeisterte mit nötigem Schmiss, romantisch stimmungsvoll kam Griegs Klassiker „In der Halle des Bergkönigs“ herüber. Sehr weich tenoral setzte Lutz Strenger in den Standards „Music was my first love“ und „My way“ – gefühlvoll aber ohne Pathos – romantische Höhepunkte.
Dass die Herren des Ensembles neben der Beherrschung ihrer Instrumente alle ein tolles Stimmpotential haben, zeigten Jens Strenger, Lothar Müller und Uwe Weller in Evergreens von Udo Jürgens und Frank Sinatra. Das Publikum bedanke sich mit tosendem Applaus.
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