Ratingen: Erst der Sturm, dann Chopin
VON GUDRUN ANSCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 23.11.2009Düsseldorf (RPO). Das Trimborn-Preisträgerkonzert im geschmückten Stadttheater war besonders mit Blick auf das zehnjährige Bestehen des Wettbewerbs ein kultureller Höhepunkt. Die 17-jährige Düsseldorferin Inge Du spielte groß auf, getragen vom Essener Folkwang-Kammerorchester.
In Anwesenheit von Irmgard Trimborn, der Witwe des Stifters Ferdinand Trimborn, erhielten die jungen Preisträgerinnen des Landeswettbewerbs für Klavier ihre Urkunden und das Preisgeld. Der erste Preis ging an die Düsseldorferin Inge Du.
Zwei zweite Preise (ein dritter wurde nicht vergeben) erhielten die Velberterin Christine Neumann und die Wiehlerin Luise Imorde. Alle bekamen noch Blumen. Eine gute Nachricht brachte Kulturdezernent Dirk Tratzig mit: Wie bereits berichtet, sei mit Irmgard Trimborn vereinbart worden, die jährlichen Wettbewerbe fortzuführen.
Die 17-jährige Preisträgerin Inge Du konnte das gespannt lauschende Publikum von ihrem verdienten ersten Preis am Klavier überzeugen.
Durch zahlreiche Preise und Auszeichnungen in regionalen wie überregionalen Wettbewerben, so zuletzt beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Saarbrücken oder beim 2. Internationalen Liszt-Wettbewerb in Weimar, gewann die Schülerin des Humboldt-Gymnasiums, Düsseldorf, Jahrgangsstufe 12, ihre spielerische Unbefangenheit und dennoch eine erstaunliche Reife im Ausdruck.
Getragen vom Essener Folkwang-Kammerorchester, unter hervorragender Leitung Otis Klöbers (hier traumhaft schön die Streicher), gelang es der jungen Künstlerin, in dem A-Dur Klavier- konzert KV 488 von Wolfgang Amadeus Mozart, einem unvergänglichen Lieblingswerk, strahlende, duftende Lebendigkeit und doch wieder zarte Wehmut zu entfalten, um im Presto des Schlusssatzes in wirbelnden Läufen davonzutollen.
Der stürmische Beifall und Bravo-Rufe wollten nicht enden, bis sich die anmutige Klavierpielerin zu einer Zugabe erneut an das Instrument setzte und das atemberaubende "Scherzo" h-moll von Frédéric Chopin zum Besten gab.
Der wild bewegte Hauptteil, der weich und süß klingende Mittelsatz, in dem ein polnisches Wiegenlied eingearbeitet war, mündete zum Schluss in einem Reigen überströmender Melodien.
Eine Perle des Abends war zweifellos das erstklassige Kammerorchester der Essener Folkwang-Hochschule. Bereits die Auswahl der Stücke zeigte Wissen und internationale Erfahrung des Dirigenten Otis Klöber, durch seine Arbeit in vielen großen Konzerthäusern der Welt erworben.
Er eröffnete mit Edvard Griegs "Aus Holbergs Zeit". In den fünf kurzen Sätzen wurde die volksliedhafte nordische Melodik deutlich und durch Tanzrhythmen unterstrichen. Den Gegensatz dazu bildete der Spanier Isaak Albéniz, ebenfalls ein Romantiker wie Grieg. In den "Cantos de Espana", den Liedern aus den Regionen Spaniens, gelang es den Musikern, einen wahren Melodienzauber mit maurischen Elementen und Tanzrhythmen zu entfalten.
Die Sinfonie von Franz Schubert Nr. 5 B-Dur hat der Komponist mit 19 Jahren geschrieben. In diesem Jugendwerk kam bereits das räumerische Verweilen, das romantisch Gemüthafte zum Ausdruck, vom Folkwang-Orchester einmalig schön umgesetzt.
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