Ratingen: Es geht aufwärts
VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 06.03.2008Düsseldorf (RPO). Frank Rehmann, Chef der Ratingen Marketing GmbH (RMG), stellte gestern sein neues Domizil an der Lintorfer Straße vor. Er gab erste Höhepunkte bekannt: Das Radrennen wird auch ohne die LTU als Sponsor stattfinden.
Ein neuer Mann, eine neue Rechtsform, ein neues Domizil: Das Stadtmarketing startet neu durch. Seit vier Wochen ist Frank Rehmann bereits als Geschäftsführer der Ratingen Marketing (RMG) im Amt, gestern stellte er die Geschäftsräume an der Lintorfer Straße 29 vor. Mit dabei: Bürgermeister Harald Birkenkamp, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der RMG, und Rainer Vogt, Vorsitzender des Vereins Aktiv für Ratingen.
Birkenkamp sagte, dass man bewusst auch die räumliche Trennung zur Stadtverwaltung angestrebt habe: „Die GmbH soll ein eigenständiges Leben entwickeln.“ Schon seit Beginn des Stadtmarketings sei klar gewesen, dass das Projekt im Falle des Erfolges in eine Gesellschaft umgewandelt werden solle. Dabei habe man aber nicht auf ein Modell aus anderen Städten zurückgreifen, sondern etwas Eigenes entwickeln wollen. Die Trennung von Verwaltung und Politik sei ein wichtiges Zeichen für Dritte, die sich engagieren, aber politische Diskussionen wollten.
Fakten
Für die Kosten des Marketings kommt die Stadt auf:
Personalkosten: 125 000 Euro.
Sachkosten: 30 000 (vorläufig).
Projektzuschuss: 113 000 Euro.
Eine Mitgliedschaft im Verein Aktiv für Ratingen kostet für Firmen 1200 Euro, für Verbände/Verbände 600 Euro, für gemeinnützige Einrichtungen 300 und für Privatpersonen 120 Euro jährlich.
Internet: www.rmg-ratingen.de.
Adresse: Lintorfer Straße 29.
Telefon: Tel. 1 02 65 10.
Radrennen: www.ratinger-radrennen.de.
Die Organisationsform sei nach außen hin transparent. Die Stadt hält 51 Prozent der Gesellschafteranteile, der zurzeit aus 15 Mitgliedern (darunter der City-Kauf) bestehende Verein 49 Prozent.
Rehmann freut sich auf seine Aufgabe: Er sei bislang überall mit offenen Armen empfangen worden. Und: „Es hat sich ein wahrer Ideen-Stapel angehäuft.“ Nicht alles muss neu erfunden werden. So werde es in diesem Jahr wieder ein Rad- und Seifenkistenrennen, ein Open-Air-Kino und die Top-Job-Börse geben. Er werde sich die Veranstaltungen ansehen und auch hinterfragen. Er wolle den Schwerpunkt auf Veranstaltungen legen, die etwas mit der „Marke Ratingen“ zu tun haben. Beispiel: „Den Dumeklemmer kennt außerhalb der Stadt niemand.“ Also müsse man daran arbeiten. Ihm schwebt beispielsweise ein mittelalterliches Theater oder ein Markt rund um diese Sage vor. Die Stadt stelle sich nach außen hin „etwas diffus“ vor, sagte Rehmann vorsichtig.
Er selbst sieht sich „irgendwo zwischen Politik, Verwaltung, Bürgern sowie Vereinen und Verbänden“. Er wolle gerne als „Puffer und Ideenspeicher“ dienen: „Ich habe ein dickes Fell und ein gutes Nervenkostüm.“ Er freue sich auf die Ratinger, die begeistert seien von ihrer Stadt und sich engagieren wollten. „Es brummt hier richtig“, so Rehmanns erster Eindruck. Christian Levesque vom Radsportclub Lintorf freute sich, mit Jens Voigt (Team CSC) bereits den ersten Prominenten ankündigen zu können. Das 4. Internationale Radrennen werde auch ohne LTU-Sponsoring wieder am Tag nach Ende der Tour de France stattfinden: Die bisherigen Sponsoren engagierten sich umso mehr. Beim Thema Doping werde es kein Pardon geben: Selbst ein Verdacht reiche aus, um den Fahrer für Ratingen zu sperren: „Wir wollen keine Dopingsünder in Ratingen sehen.“ Das werde vertraglich geregelt. Alle Teilnehmer müssten einen biologischen Pass vorweisen.
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