Ratingen: "Europa muss in die Köpfe"
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 09.05.2009Düsseldorf (RPO). Heute wird in Düsseldorf der Europatag groß gefeiert. Herbert Reul, Dr. Annette Koewius und Sebastian Wladarz (alle CDU) werben für die Arbeit des Europäischen Parlaments – und kämpfen um Wähler-Stimmen.
Herbert Reul ist ein alter Hase. Nie war es so schwierig, die Menschen für ein Thema zu begeistern, das in den Köpfen längst verankert sein sollte: Europa. Das weiß er genau. Für Reul, der für die CDU im Europäischen Parlament sitzt und Vorsitzender des Bezirksverbandes Bergisches Land ist, gibt es da nur eine Lösung: "Wir müssen Europa zu den Menschen bringen. Wir müssen Europa vorleben." Plakative Sprüche? Ja. Aber Reul sieht mit Blick auf die Vermittlung sperriger Themen wie "Richtlinienvorschlag zur Energieeffizienz" keine andere Wahl: "Da müssen auch mal Hausbesuche drin sein." Der ehemalige Generalsekretär der Landes-CDU kandidiert wieder für einen Sitz im größten multinationalen Parlament der Welt mit 785 Abgeordneten aus 27 Nationen. Als Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes, dem auch der Kreisverband Mettmann angehört, kennt er die lokalen Verästelungen bestens. Reul beackert auch die Städte Ratingen und Heiligenhaus, "wie es der Terminkalender erlaubt".
Dr. Annette Koewius aus Ratingen, die Vorsitzende der Frauen Union Kreis Mettmann, will Reul ins Parlament folgen. Die Leiterin des Berufskollegs Barmen Europaschule kann aber nur dann einziehen, wenn Klaus-Heiner Lehne seine parlamentarische Tätigkeit während der nächsten Legislaturperiode beenden sollte. Ob dies der Fall sein wird, ist völlig offen. "Darüber haben wir auch nicht gesprochen", betonte Koewius, die einfach das Thema Europa in Ratingen stärker besetzen will. Ein schwieriger Job. Sie wird dabei von Sebastian Wladarz unterstützt, der für die CDU im Rat sitzt und dem Landesfachausschuss Europa der CDU NRW angehört. "Möglichst viele Bürger müssen erkennen, dass wir Europa brauchen und dass deshalb jeder in der Pflicht ist, bei der Wahl zu entscheiden, welchen Kurs unser Europa nimmt", sagt Wladarz.
Am Donnerstag, 14. Mai, bieten der CDU-Stadtverband Ratingen und die Frauen Union Kreis Mettmann eine Europa-Veranstaltung im Bürgerhaus Frankenheim an (siehe Info-Kasten). Koewius hätte sich gerne mehr solcher Termine in Ratingen und Umgebung gewünscht, aber die Partei stecke mitten in den Vorbereitungen auf die Kommunalwahl. Da bleibt wenig Platz für große Visionen.
Koewius unterstreicht aus eigener Anschauung: "Für junge Menschen ist Europa das Sprungbrett in die Zukunft." An ihrer Schule sind Themen wie Umweltschutz und Wirtschaftswachstum in der Staaten-Gemeinschaft fest verankert – und Sprachen. "Europa muss in die Köpfe der Menschen", fordert Wladarz.
Reul wiederum räumt ein: "Als Europaabgeordneter bekommt man ja von den Bürgern eher wenig Resonanz, deshalb müssen wir zu den Bürgern gehen, die dann am 7. Juni entscheiden werden."
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