Ratingen: Familie Popolski: Comedy trifft auf Polka
zuletzt aktualisiert: 02.06.2009Düsseldorf (RPO). Die legendären Jackson Five, die berühmten Bee Gees oder die Musikerfamilie Bach – sie alle können einpacken. Denn was Hits angeht, da haben sie gegen eine ganz besondere Familie keine Chance – die Familie Popolski aus Zabrze. Denn was die meisten nicht wissen: "Der Familie Popolski" aus Polen hat in Wahrheit so ziemlich alle Pophits der Geschichte geschrieben. Nur aufgrund unglücklicher Zufälle sind sie nie als die rechtmäßigen Urheber anerkannt worden. So jedenfalls besagt es die von vorne bis hinten erdachte Legende. Am Samstagabend waren die Popolskis bei der "Zelt Zeit" zu Gast und zeigten dem Ratinger Publikum, wie die berühmten Hits wirklich klingen.
Comedy trifft auf Polka – eine grandiose Mischung, die beim Publikum für viele Lacher und noch mehr Beifall sorgte. In der Tat, in der Polkaversion erschienen selbst eher unerträgliche Lieder wie "Cheri, Cheri Lady" von Modern Talking in einem ganz neuen Licht, vor allem dann, wenn sie vom schüchternen jüngsten Spross der Familie gesungen wurden. Das Lied handelt übrigens von der schönsten Kischverkäuferin von ganz Zabrze.
In ihrem zweieinhalbstündigen Programm machte "Der Familie Popolski" einen Streifzug durch die Musikgeschichte – vom "Ententanz" bis zu "Moonlightshadow" war alles dabei. Kein Wunder, war Opa Pjotrek Popolski doch der erste Mann, der den Mond betrat. Und auch der wohl berühmteste Rhythmus der Musikgeschichte, den meisten als das Lied "We will rock you" von Queen bekannt, stammt eigentlich aus der zwölften Etage einer Plattenbausiedlung in Zabrze und ist einer Nachbarin und dem betrunkenen Hausmeister zu verdanken.
Unter der Führung von Achim Hagemann, der bereits mit Hape Kerkeling zusammengearbeitet hat, schafften die acht Musiker es von der ersten Sekunde an, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen, zum Mitsingen und manchmal sogar zum Mitschunkeln zu bewegen. Auch die polnische Tradition, regelmäßig Wodka zu trinken, wurde vom Publikum gerne übernommen. So wunderte es auch nicht weiter, dass gegen Ende die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen zu halten waren und laut Zugaben forderten. Christiane Bours
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