Ratingen: Fasziniert vom Original
VON MONIKA VON KÜRTEN - zuletzt aktualisiert: 22.06.2012Ratingen (RP). Zwei Tage lang treffen sich gut 200 Archivarinnen und Archivare aus dem Rheinland und angrenzenden Regionen zum 46. Rheinischen Archivtag in der Stadthalle. Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen der Digitalisierung.
Im Mittelpunkt des nichtöffentlichen Fachkongresses stehen die Herausforderungen des digitalen Zeitalters bei der Archivierung – Aufgaben, denen sich auch das Ratinger Stadtarchiv stellen muss. Das vor 250 Jahren gegründete Archiv ist die zentrale Dokumentations- und Informationsstelle zur Stadtgeschichte, sozusagen das Gedächnis der Stadt.
Die Bestände sind öffentlich zugänglich und können von jedem Interessierten im Rahmen bestimmter Schutz- und Sperrfristen eingesehen und benutzt werden. Zahlreiche Schüler und Studenten, Familien- und Heimatforscher stöbern für ihre unterschiedlichsten Projekte in alten Urkunden, Fotos, Zeitungen, Filmen und vielem mehr.
Öffnungszeiten
Das Stadtarchiv auf der Mühlheimer Straße 447 ist dienstags und mittwochs von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr geöffnet, donnerstags von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr. Informationen über das Archiv, seine Bestände, Projekte und Veranstaltungen unter www.stadtarchiv-ratingen.de.
"Es kommen aber auch Gelegenheitsbesucher, die einfach nur Informationen suchen, zum Beispiel über ein bestimmtes Gebäude oder warum eine Straße einen bestimmten Namen trägt", erzählte Joachim Schulz-Hönerlage. Er ist derzeit noch Vize-Archivleiter in Ratingen, übernimmt aber zum 1. Juli die Leitung des Kreisarchivs in Mettmann. Sein Nachfolger wird Erik Kleine Vennekate.
Viele Besucher sind nur fasziniert von der Tatsache, ein Original in der Hand zu halten, die alten Schriften zu studieren. Das fehlt bei Recherchen im Internet. Die Besucher werden von den Archivaren noch persönlich beraten und unterstützt. "In größeren Archiven wie zum Beispiel in Düsseldorf ist das nicht so leicht möglich. Da gibt es nur die etwas unpersönlicheren großen Lesesäle. Wir können im Jahr so um die 350 Nutzungen verbuchen, und dass obwohl wir nur drei Tage die Woche geöffnet haben", sagte Schulz-Hönerlage stolz.
Zu den Aufgaben des Archives gehört der Sicherung, Erhaltung und Erschließung der schriftlichen Überlieferungen der Stadtverwaltung. Aber auch die Dokumentation der Stadtgeschichte, die historische Bildungsarbeit und die zunehmenden Digitalisierungen der Urkunden und Unterlagen stehen auf der Aufgabenliste des Stadtarchives. Das derzeit größte Projekt ist die Aufarbeitung des 2001 gekauften Fotoarchivs aus dem Nachlass des RP-Fotografen Reiner Klöckner.
Rund 4000 Negative aus der Zeit von 1953 bis 1990 müssen aufbereitet und chronologisch geordnet werden. Eine Gruppe von Zeitzeugen hilft dabei. Bis jetzt sind etwa die ersten fünf Jahre bearbeitet. Schulz-Hönerlage stellte das Projekt gestern beim Archivtag vor.
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