Ratingen: Feiern wie im Mittelalter
VON CHRISTIANE BOURS - zuletzt aktualisiert: 19.07.2010Düsseldorf (RPO). Das dritte Dumeklemmer-Spektakel lockte am Wochenende tausende Besucher in die Innenstadt. Kinder konnten auf der "kleinen Ritterstraße" viel über das Mittelalter lernen und auch ausprobieren.
Hochkonzentriert visiert Marie die Zielscheibe an. Ihr Ziel: der innerste, der gelbe Ring. Denn der bedeutet einen Volltreffer. Noch ein paar Korrekturen, dann lässt die Siebenjährige den Pfeil lossausen und zack: Sie trifft genau ins Gelbe. Papa Georg Pfeiffer hat den großen Moment natürlich mit der Kamera aufgenommen und jubelt mit. "Super, das macht so viel Spaß", freut sich die Nachwuchs-Bogenschützin und verlangt gleich nach dem nächsten Pfeil. Damit war Marie in bester Gesellschaft, denn auf der "kleinen Ritterstraße", normalerweise die Lintorfer Straße, konnten Kinder an diesem Wochenende beim Dumeklemmer-Spektakel nach Herzenslust einmal ausprobieren, wie das Leben im Mittelalter ausgesehen hat.
Direkt neben den Bogenschützen wurde es heiß, und auch dort war volle Konzentration gefragt. Noch etwas schüchtern stand Jan (6) vor dem Feuer, in das der Schmied gerade eine Eisenstange hielt. Sobald das Eisen biegsam genug war, war Jan an der Reihe. Mit einem Hammer schlug er immer wieder zu, bis es schließlich die richtige Form hatte, nämlich die eines kleinen Hufeisens. Als es so weit war, musste Jan mit einer Zange ganz fest zupacken und das übriggebliebene Eisen abzwacken. Zuletzt wurde das kleine Hufeisen unter großem Zischen und Dampfen in kaltes Wasser getunkt, damit es die Form behielt und Jan sein Prachtstück auch anfassen und mit nach Hause nehmen konnte.
Dumeklemmersage
Doch nicht nur Hufeisen konnten auf der kleinen Ritterstraße selbst hergestellt werden. Auch Armbänder, Ketten, Gürtel und Lederbänder warteten darauf, von den Besuchern nach eigenem Geschmack verziert zu werden. Genau so hatten sich das die Veranstalter, Frank Rehmann vom Stadtmarketing und Michael Cornely vom Burgenmarketing, vorgestellt. Die Kinder sollten auf der "kleinen Ritterstraße" nicht nur ihren Spaß haben, sondern auch etwas lernen. Doch auch auf dem übrigen Mittelaltermarkt rund um den Marktplatz und St. Peter und Paul gab es jede Menge zu entdecken und auszuprobieren. Ob Marmeladen- oder Seifensiederei, Öle und Kerzen, Bögen und Schwerter, Armbänder, Amulette, Schmuck oder Kleider und Schuhe – in den Zelten und auf Strohballen wurde alles feilgeboten, was man mit dem Begriff Mittelalter in Verbindung bringt. Untermalt wurde dies von Flöten- und Dudelsackmusik. Ein Zuschauermagnet war die Inszenierung der Dumeklemmersage vor St. Peter und Paul.
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