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Ratingen: Felderhof II liegt auf Eis

VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012

Ratingen (RP). Der Baubeginn für die 268 Wohneinheiten steht noch in den Sternen. Die Frist für die Sanierung des belasteten Bodens wurde vom Kreis Mettmann bis 2013 verlängert. Investor hält sich bedeckt.

West Was tut sich eigentlich auf dem Gelände der ehemaligen Spiegelglasfabrik am Felderhof? Das fragen sich Anwohner und Politiker. Wie berichtet, hatte es im vergangenen Jahr viel Wirbel um die Baupläne für ein neues Wohngebiet gegeben. Verkehrsgutachten wurden in Auftrag gegeben, in Ausschüssen wurden die Pläne heftig diskutiert, und auch die Altlasten im Boden waren ein heißes Thema. Doch auf die Bagger wartet man bislang vergeblich: Das Projekt Felderhof II scheint zumindest auf Eis zu liegen.

Ungewöhnlich wortkarg gibt sich Dr. Rainer Götzen, Chef von Interboden, dessen Tochter Indoor dort Ein- und Mehrfamilienhäuser errichten wollte: "In ein paar Monaten" könne man vielleicht dazu mehr sagen. Und auf die Frage, ob das Projekt gestorben sei: "Ich hoffe nicht."

Verkehrschaos befürchtet

Lange war über die Pläne in den Ausschüssen diskutiert worden. Viele Anwohner befürchten vor allem ein Verkehrschaos rund um den Felderhof und die Volkardeyer Straße bis hin zur Kreuzung Düsseldorfer Straße. Immerhin sollten 268 Wohneinheiten auf der Industriebrache hochgezogen werden. Auch der Anschluss der Sandstraße (der Bahnübergang wird in den nächsten Jahren geschlossen) an den Felderhof stand zur Debatte, wurde aber zuletzt abgelehnt. Rüdiger Schlothane, Stadtplaner: "Die politischen Gremien hatten die Beschlussvorschläge der Verwaltung zur Straßenverbindung Sandstraße/Zur Spiegelglasfabrik (einschließlich der Schließung des Bahnüberganges Sandstraße) 2011 abgelehnt." Bislang liege auch keine Planung für einen Ausbau der Weststrecke mit zusätzlichen Gleisen für die Betuwe-Linie (Rotterdam-Oberhausen) vor. Nach derzeitigem Stand sei davon auszugehen, dass das Güterzugaufkommen auch zukünftig über die bestehenden Gleisanlagen abgewickelt wird.

Wegen des zunehmenden Bahnlärms hatten Politiker beschlossen, den Abstand zwischen Lärmschutzwand und Wohnbebauung auf 16 Meter fast zu verdoppeln.

Weiterhin ungeklärt ist die Beseitigung von zwei "Schadstofflinsen" im Bereich der künftigen Wohnsiedlung. Es handelt sich um PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe), die unter anderem als krebserregend gelten: Einatmen und Aufnahme durch Mund oder Haut können zu Gesundheitsschäden führen. Bei der anderen Fundstelle handelt es sich um Polierrot, das als Schleifmittel in der Glasindustrie verwendet wird. Der Sanierungsvertrag, der 2001 zwischen Saint-Gobain (ehemalige Eigentümerin), der Firma Rheinbau und dem Kreis Mettmann geschlossen wurde, ist bis heute nicht erfüllt worden.

Vom Umweltamt der Stadt heißt es dazu: Der Kreis habe für die Sanierung eine Fristverlängerung bis zum 30. Juni 2013 gewährt. Aktuell gehe nach Beurteilung durch die Kreisbehörde von der Altlast keine unmittelbare Gefahr aus.

Und: "Die Details zur Umsetzung der Sanierung sowie die Anforderungen, die aus bodenschutzrechtlicher Sicht an eine Nutzung der Sanierungszone zu Wohnbauzwecken erfüllt werden müssen, sollen im Rahmen eines Vertrages zwischen der Stadt Ratingen und dem Investor für die Bebauung der Fläche festgeschrieben werden. Die Vertragsgestaltung erfolgt in Abstimmung mit der Unteren Bodenschutzbehörde des Kreises Mettmann als Aufsichtsbehörde für die Sanierung."

Pläne im Mai 2011 abgelehnt

Zuletzt waren im Mai 2011 die Pläne des Investors abgelehnt worden. Die Stadtverwaltung sollte über Nachbesserungen nachverhandeln. Erster Beigeordneter Klaus Konrad Pesch hatte aber gewarnt: Es könne sein, dass einem Investor der Kragen platze und die Stadt auf der Brache, für das sich angeblich auch kein Gewerbe interessiere, sitzenbleibe.

Quelle: RP/jre


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