Ratingen: Festival der Filmemacher
VON JASMIN MAXWELL - zuletzt aktualisiert: 23.11.2009Düsseldorf (RPO). Auf dem Kurzfilmfestival "Ratinale" präsentierten Jugendliche ihre eigenen Werke. Die besten Filme wurden mit dem Ratinale-Löwen ausgezeichnet. Die Finanzierung des Projektes fürs nächste Jahr ist gesichert.
Roter Teppich, Scheinwerferlicht, Blitzlichtgewitter, Empfang mit Sekt und Orangensaft – Szenen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, spielten sich am Freitagabend vor dem Ratinger Kino ab. Denn das Kurzfilmfestival "Ratinale" ging über die Bühne, die 70 jungen Filmemacher und Schauspieler im Alter von 13 bis 19 Jahren konnten sich einmal wie echte Hollywood-Stars fühlen.
Zum ersten Mal fand das Filmprojekt 2007 anlässlich des Jugendkulturjahres statt. Das Konzept: Jugendliche drehen ihre eigenen Kurzfilme – und nehmen sämtliche Entwicklungsschritte in die eigene Hand, unterstützt von Profis des Medienprojektes Wuppertal und freiberuflichen Filmemachern: von der ersten Idee über das Schreiben des Drehbuchs, die Ausstattung, die Darstellung, die Dreharbeiten bis hin zum abschließenden Schneiden des Materials.
Mittlerweile wird die "Ratinale" als nachhaltiges Projekt von der Stadt gefördert. Das Amt für Kultur und Tourismus und das Jugendamt übernehmen die Organisation, die Jugendzentren Lux in Mitte und JUZ in Hösel führen das Projekt in den Herbstferien durch und stellen die Ausrüstung zur Verfügung.
Mönch zum dritten Mal dabei
Fabian Mönch machte bereits zum dritten Mal mit. "Es ist einfach spannend zu sehen, wie ein Filmprojekt immer weiter wächst", sagte der 16-Jährige, der später gerne Schauspieler werden würde. Das Kurzfilmfestival wird von Jahr zu Jahr größer: Während 2007 noch zwei Filme gedreht wurden, waren es 2008 drei und in diesem Jahr sogar sieben.
Das ist auch einer Neuerung zu verdanken: Diesmal konnten nicht nur Filme eingereicht werden, die im Rahmen des Ratinale-Projektes produziert wurden. Bei der Premiere wurden auch zwei Filme gezeigt, die während des Matchball-Programms in den Sommerferien entstanden sind, und ein weiterer, den ein Kurs des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums eingereicht hatte.
"Wir möchten so erreichen, dass junge Leute in ihrer Freizeit als Filmemacher aktiv werden – sie können den Schnittplatz und die Ausrüstung im Lux das ganze Jahr über nutzen", meinte Kulturamtsleiterin Dr. Inge Röhnelt.
Und noch ein Novum gab es: Erstmals wurden die besten Filme prämiert – mit dem Ratinale-Löwen, einer Metallstatue, die Schüler des Adam-Josef-Cüppers-Berufskollegs hergestellt haben. Eine Jury bewertete die Filme und vergab drei gleichgewichtige Preise. "Wir haben die mutigsten, originellsten Ideen ausgezeichnet, die mit Tabuthemen brechen", sagte Jurymitglied und Schauspieler Rolf Berg.
Prämiert wurden die Beziehungskomödie "Coming in – coming out", die Komödie "Homo Sapiens 2.0" und das Drama "Sturmfrei". "Wir hoffen, dass die Ratinale zu einer festen Einrichtung für junge Filmemacher wird", so Berg. Von Seiten der Stadt spricht nichts dagegen. "Die Finanzierung für das nächste Jahr ist definitiv gesichert", versprach Röhnelt.
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