Ratingen: Ganz große Kunst
VON JULIA HAGENACKER - zuletzt aktualisiert: 20.08.2008Düsseldorf (RPO). Am Freitag findet die kreisweite „Nacht der Museen“ statt. In Ratingen locken das Museum der Stadt, das Industriemuseum Cromford und das Oberschlesische Landesmuseum mit besonderen Höhepunkten.
Die Nacht, das weiß jeder, der schon mal mit einer Taschenlampe bei Mondschein durch den Wald gewandert ist, verleiht allem Alltäglichen ein eigentümliches Flair. Nicht, dass ein Spaziergang bei Tageslicht langweilig wäre – aber besonders ist er nicht. Weil man Spazierengehen normalerweise am Tag erledigt. Genau an diesem Punkt setzt die Idee, die hinter der „Nacht der Museen“ steckt, an: Die teilnehmenden Städte und Museen wollen Menschen für Kunst begeistern, sie dazu bringen, dass auch die noch nicht Überzeugten nach Sonnenuntergang in ihrer Umgebung auf Entdeckungstour gehen.
In Ratingen sind es gleich drei Museen – das der Stadt, das Rheinische Industriemuseum Textilfabrik Cromford und das Oberschlesische Landesmuseum in Hösel –, die am kommenden Freitag, 22. August, zu diesem Zweck ihre Türen öffnen. Von 18 bis 24 Uhr, so versprechen es die Veranstalter, wird Besuchern aus der Region eine illustre Mischung aus Kunst, Kultur und Kulinarischem geboten.
Im Industriemuseum steht der Abend im Zeichen des Jubiläums „225 Jahre Cromford“. Das Herrenhaus soll von einer farbigen Lichtinstallation in Szene gesetzt werden, im Inneren stellen kostümierte Schauspieler Episoden aus dem Leben der Fabrikantenfamilie Brügelmann nach. „Einen festen Programmablauf gibt es nicht“, sagt Museumsleiterin Claudia Gottfried. „Jeder kann jederzeit vorbei- schauen und Fragen stellen.“ Auf dem themengetreuen Speiseplan stehen Spanferkelbraten, Brot, Käse und Wein.
Das Oberschlesische Landesmuseum wartet ebenfalls mit einem bunten Ablaufplan auf. Dort gibt es zum Beispiel ein spezielles Programm für Kinder und Jugendliche zur Sonderausstellung „Oberschlesien im Objektiv“. Der Kulturkreis Hösel stellt sich den Besuchern vor, die Chöre der Adolf-Clarenbach-Kirchengemeinde und der Chorgemeinschaft „Harmonie 1914“ werden singen.
Kurzführungen durch die Stadtgeschichte bietet derweil das Museum der Stadt an. Ein Experte begleitet die Gäste durch die Sammlung des Lintorfer Porzellanbildhauers Johann Peter Melchior. Das Puppenmuseum präsentiert Exponate aus der deutschen und französischen Puppenproduktion seit 1850, und am späteren Abend, ab 22 Uhr, wollen Mitarbeiter des Museums unter dem Motto „private choice“ ihre favorisierten Stücke aus der Kunstsammlung des Hauses vorstellen. Höhepunkt der Museumsnacht dürfte allerdings die Eröffnung der Ausstellung „Pop und die Folgen“ des Vereins der Freunde und Förderer des Museums um 18 Uhr sein (siehe unten).
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