Breitscheid: Grippe: Blutkonserven knapp
VON STEFAN GÖRZ - zuletzt aktualisiert: 21.11.2009Düsseldorf (RPO). Der DRK-Blutspendedienst West in Breitscheid benötigt pro Tag 1000 Blutspenden. Wegen der Schweinegrippe fallen immer mehr Spender aus. Der Bedarf ist jedoch unverändert hoch.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Breitscheid schlägt Alarm: Blutkonserven werden wegen der grassierenden Schweinegrippe knapp. "Wir benötigen pro Tag 1000 Blutspenden, zur Zeit fehlen uns aber 150 Spender. Das konnten wir bislang glücklicherweise durch Lieferungen aus Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz noch ausgleichen", so Heinz Kapschak, stellvertretender Leiter Öffentlichkeitsarbeit beim DRK in Breitscheid. "Die Lieferungen aus diesen Bundesländern waren aber nur möglich, da sich die Schweinegrippe dort bislang nicht so stark verbreitet hat wie in unseren Gebieten."
Impfung kein Hindernis
Der Mangel an Blutkonserven ist entstanden, da erkrankte Personen nach einer Schweinegrippe-Erkrankung erst vier Wochen beziehungsweise bei einer normalen Grippe erst 14 Tage nach Ausheilung der Symptome wieder Blut spenden dürfen. Aber der Bedarf bleibt unverändert hoch.
"Deshalb bitten wir den gesunden Teil der Bevölkerung, jetzt Blut zu spenden, denn Schwerkranke und Unfallopfer sind darauf angewiesen", so Kapschak. Eine kurz zuvor erfolgte Impfung gegen die Schweinegrippe ist laut DRK kein Hinderungsgrund für eine Blutspende.
Wer kann Blut spenden? "Bislang darf sich jeder, der zwischen 18 und 68 Jahre alt ist und mehr als 50 Kilogramm wiegt, daran beteiligen. Das Höchstalter liegt bei 59 Jahren. Aber es deutet sich eine Aufhebung dieser Grenzen an. Denn pro Jahr verarbeiten wir zwar augenblicklich rund 265 000 Blutkonserven von unseren rund 125 000 Blutspendern.
Das reicht jedoch in Zukunft nicht mehr aus, da der Bedarf jährlich um zwei Prozent ansteigt. Und jüngere Menschen sind zwar heute durchaus bereit, Blut zu spenden, tun dies aber meist nicht so häufig, wie das früher der Fall war. Wie häufig Blut gespendet werden kann, hat der Gesetzgeber festgelegt", meinte der Sprecher.
Kapschak: "Innerhalb von 365 Tagen kann ein Mann sechs Mal, eine Frau vier Mal Blut spenden. Zwischen jeder einzelnen Blutspende müssen mindestens 56 Tage Pause liegen. Und es gibt nur wenige Personengruppen, die nicht spenden dürfen. Zu der dauerhaften Risikogruppe gehören neben HIV-Infizierten auch Diabetes-Typ 1, Epilepsie- und Hepatitis-Patienten sowie Personen mit Herz-Kreislauferkrankungen. Außerdem Personen, die sich zwischen 1980 und 1996 insgesamt mindestens sechs Monate in Großbritannien aufgehalten haben."
Und wie sieht es mit einer Aufwandsentschädigung aus? "Blutspenden müssen aufgrund des Transfusionsgesetzes und des EU-Rechtes freiwillig und unentgeltlich sein. Von daher werden Spender bei uns nicht bezahlt, sie erhalten allerdings ein kleines Präsent sowie einen leckeren Imbiss", betont Kapschak.
Die nächsten Blustpendetermine sind Mittwoch, 25. November, im Immanuel-Kant-Gymnasium in Heiligenhaus, Herzogstraße 75 (15 bis 19.30 Uhr), und am Donnerstag, 26. November, im Gemeindesaal des Hauses am Turm, Turmstraße 10, in Ratingen Mitte (15 bis 19.30 Uhr).
Weitere Informationen zur Schweinegrippe finden Sie in unserem Spezial.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum