Ratingen: Grüne: Streetworker für West
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 07.03.2007Düsseldorf (RPO). Brennpunkt Berliner Platz: Die Polizei will dort eine kleine Wache aufbauen. Die Grünen setzen auf enge und nachhaltige Kontakte zu einer Problemgruppe mit Russlanddeutschen. Dafür soll es ein neues Projekt geben.
WEST Für Bündnis 90/Die Grünen ist klar: Mehr Ordnungskräfte und die verstärkte Zusammenarbeit mit der Polizei reichen nicht aus, um den Brennpunkt Berliner Platz auf Dauer zu entschärfen. Dieses Konzept, so urteilen Hermann Pöhling, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, und sein Ratskollege Reinhard Simon, befriedige zunächst subjektiv das Bedürfnis nach Ordnung und Sicherheit. Es werde jedoch einen Verdrängungsprozess geben. Personen könnten in die Grachtensiedlung ausweichen oder auf andere Plätze in West.
Die Grünen setzen sich – auch im Blick auf die anstehenden Haushaltsplanberatungen – für zwei neue Stellen in West ein. Streetworker sollen in Form einer Ausbildung zum Sozialpädagogen/Sozialarbeiter tragfähige Kontakte zu den Russlanddeutschen aufbauen. Die beiden städtischen Streetworker, so betonten die Grünen, seien bereits in die Kinder- und Jugendarbeit im gesamten Stadtgebiet eingebunden und auf die Arbeit mit russlanddeutschen Männern nicht ausreichend vorbereitet. Grundlegende Probleme wie Arbeitslosigkeit und Drogenabhängigkeit könne das ordnungspolitische Konzept nicht erfassen, hieß es. Das Projekt mit den beiden neuen Stellen soll befristet sein. Der geplante Zeitraum: drei bis fünf Jahre.
Polizeichef Dirk Druyen bestätigte, dass es am Berliner Platz eine problematische Gruppe mit Personen aus Osteuropa gebe. Am Platz soll demnächst eine kleine Polizei-wache aufgebaut werden (die RP berichtete). „Wir wollen dort ganz bewusst Präsenz zeigen“, erklärte Druyen. Für die Grünen ist klar, dass man die Streetworker nicht beim Ordnungsamt oder Jugendamt ansiedeln sollte, wohl bei einem freien Träger. Die Partei könnte sich auch vorstellen, die beiden Stellen direkt dem Beigeordneten für den sozialen Bereich zuzuordnen. KOMMENTAR
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