Heiligenhaus: Grünkohl für die Tafel
VON PETRA WILLNAUER - zuletzt aktualisiert: 11.12.2008Düsseldorf (RPO). An viele Besucher sind die ehrenamtlichen Helfer gewöhnt. Aber gestern gab es doch eine Premiere: Die Plätze in den freundlichen Räumen an der Rheinlandstraße reichten nicht für alle auf einmal.
Die Schlange vor den Räumen der Tafel an der Rheinlandstraße war gestern nicht zu übersehen. Um die Mittagszeit standen die Tafelbesucher bis nach draußen für eine warme Mahlzeit oder eine Einkaufstüte mit Lebensmitteln an. „Heute haben wir unseren Tag X erreicht – das erste Mal, dass in unserem neuen Heim die Plätze nicht reichen“, stellte Christa Beyer, Leiterin der Tafel in Heiligenhaus fest.
Vielleicht lag dies ja an den vom Partyservice Werner Meuersmorp zusammen mit der Süßmosterei Ernst Dalbeck gespendeten 100 Portionen Grünkohl mit Wurst. „Dazu hat Dalbeck überraschenderweise noch eine Geldspende von 350 Euro überreicht“, freute sich Beyer. Vielleicht hatte aber auch der angekündigte Besuch des Nikolauses mit dem vermehrten Andrang zu tun. In jedem Fall lohnte sich das Warten, zumal die Atmosphäre in der seit Februar bezogenen Unterkunft nahezu Restaurantcharakter hatte. „Auch alle Ehrenamtlichen fühlen sich hier richtig zu Hause. Wolfgang Frenz, ein selbständiger Sanitär- und Heizungsinstallateur, stellte uns Anfang des Jahres seine Immobilie an der Rheinlandstraße zur freien Verfügung. Das war für uns die Rettung und gleichzeitig ein echter Glücksgriff, denn hier können wir uns einrichten, ganz wie es uns gefällt,“ so Beyer. Doch so sehr auch der frische Grünkohlduft und das freundliche Ambiente zum Verweilen einluden – die nächsten Gäste warteten schon.
Marken vergeben
Insgesamt 98 Einkaufsmarken und 84 Essensmarken wurden vergeben. Dass die Besucher Nummern ziehen und dann warten müssten, störte niemanden. Eher schon der Umstand, vor der Tür warten zu müssen. „Es ist leider so, dass es immer noch Bedürftige gibt, die sich schämen, zu uns zu kommen. Meist sind es Männer, die zu stolz sind und ihre Frauen wieder wegziehen“, weiß Hans-Jörg Haase, einer der insgesamt 19 Ehrenamtlichen, die jeden Mittwoch die Tafel in Heiligenhaus organisieren. Mit seiner Fotokamera dokumentiert er alle Aktionen. So auch den Besuch des Nikolauses, der Familien und junge Mütter mit ihren Kindern in ein Hinterzimmer winkte. Die Weihnachtspäckchen gefüllt mit Kinderunterwäsche, Spielzeug und sonstigem, hatten die Ehrenamtlichen ebenfalls selbst gepackt.
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