Ratingen: "Handhygiene geht alle an"
VON PAUL KÖHNES - zuletzt aktualisiert: 09.12.2009Düsseldorf (RPO). Mit einem Aktionstag für Erwachsene und Kinder will das Klinikum für den Wert einfacher Maßnahmen in Sachen Hygiene werben. Das folgt internationalem Standard und ist nicht nur zu Grippezeiten ein Thema für die Mediziner.
Niederberg "In englischen Krankenhäusern ist der Händedruck untersagt, ebenso lange Ärmel für das Personal." Ziel der beim ersten Hinhören ungewöhnlichen Maßnahme: In den Krankenhäusern der britischen Insel sollen die Infektionsraten gesenkt werden. An ähnlich drakonische Maßnahmen ist am Klinikum Niederberg nicht gedacht – wohl aber räumt man dem Thema "Handhygiene" dort breiten Raum ein. Und folgt damit einer international gültigen Marschroute, wie der Hygienebeauftragte Bernhard Külpmann gestern zusammen mit dem ärztlichen Direktor der Klinik, Dr. Christoph Löhlein, erläuterte.
Die Informationskampagne für Niederberg – angelehnt auch an eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation, will bei ganz einfachen Dingen ansetzen. Dazu dient am kommenden Mittwoch, 16. Dezember, 11 bis 15 Uhr, ein Aktionstag "Handhygiene" im Foyer des Krankenhauses an der Robert-Koch-Straße. Külpmann wird darüber informieren, wie Vorbeugung gegen Infektionen einfach und wirkungsvoll funktionieren kann. Dazu kommen Info-Stellwände und es sind kurze Lehrfilme zu sehen.
Besonders augenfällig machen kann der Hygiene-Experte sein Thema mittels einer Schwarzlichtlampe. Jeder kann unter diesem Licht sofort sehen, wie wirksam er zuvor seine Hände mit einer Spezialflüssigkeit desinfiziert hat – natürlich nur zu Übungszwecken. "Übung muss sein", sagt Külpmann. Denn auch das wirksamste Desinfektionsmittel taugt wenig, wenn es falsch benutzt wird. "Wir leisten mit dem Tag ein Stück Erziehungsarbeit", sagte Löhlein. Auch intern bemüht man sich im Haus, das Thema "Handhygiene" in den Köpfen der Mitarbeiter zu verankern. Es geht den Medizinern um den Alltag, nicht in erster Linie um Sondersituationen wie Grippewellen, Noroviren oder multiresistente Krankenhauskeime. Allerdings sieht man sich auch hier gerüstet. Löhlein: "Über unsere Hygiene-kommission, in die auch das Gesundheitsamt des Kreises eingebunden ist, stellen wir uns allen Kontrollen." Das Infektionsrisiko generell so weit wie möglich zu mindern, sei neben allen anderen auch eine Frage der Ökonomie: "Die Behandlung von Infektionen ist teuer – die Vorbeugung kostet dagegen vergleichsweise wenig."
Für das kommende Jahr plant Külpmann gemeinsam mit der Klinik-Spitze schon die nächste Fortbildung für die Klinik-Mitarbeiter.
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