Ratingen: Hanf: Trend zum Selbstanbau
zuletzt aktualisiert: 22.09.2006Düsseldorf (RPO). Immer mehr niederländische Hanfanbauer weichen nach Deutschland aus – auch nach Ratingen. Wie das Landeskriminalamt (LKA) betonte, suche man sich in der Region Plätze aus, um in den Niederlanden einer Strafverfolgung wegen Stromdiebstahls zu entgehen. Hintergrund: Plantagen müssen Tag und Nacht klimatisiert und beleuchtet werden.
Auch in Ratingen hätten gerade junge Männer die „Liebe zur Gärtnerei“ entdeckt. Vorwiegend auf Balkonen und in Kellern züchten diese vermeintlichen Botaniker ungewöhnliche Pflanzen, die vereinzelt Bürger dazu bringen, der Polizei Meldung über dieses neue Hobby ihrer Nachbarn zu machen. Nachdem von 2001 bis 2006 nur vier Plantagen, davon eine professionelle Großanlage, in Ratingen entdeckt wurden, scheint der Selbstanbau zur Zeit sprunghaft zuzunehmen.
So wurden allein in den letzten Wochen drei verschiedene Fälle an Düsseldorfer, Breslauer und Lintorfer Straße in Ratingen bekannt. Dort konnten nach Hinweisen drei kleine Hanfplantagen mit jeweils 10 bis 20 Pflanzen von der Polizei abgeerntet und Strafverfahren eingeleitet werden. In einem Fall hatten sich Anwohner nur über die ungewöhnliche Geruchsbelästigung aus den nachbarlichen Räumen beschwert.
Die Motive der in diesen Fällen überführten Straftäter lagen überwiegend in der begründeten Angst, beim Schmuggel von Drogen aus den Niederlanden nach Deutschland von der Polizei oder dem Zoll gefasst zu werden. In den Niederlanden kann zwar – nur geduldet, nicht erlaubt – eine kleine Menge von Cannabis zum sofortigen Konsum in lizenzierten Geschäften (Coffie Shops) erworben werden, der Schmuggel nach Deutschland ist aber dennoch sowohl nach deutschem, als auch nach niederländischem Recht verboten. Teilweise waren die Selbstanbauer nur von der besonderen Bequemlichkeit begeistert, ihr Rauchgut direkt vom heimischen Balkon ernten und sofort konsumieren zu können.
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