Ratingen: "Helfen, wo wir können"
zuletzt aktualisiert: 02.03.2009Düsseldorf (RPO). Montags-Interview mit Schwester Maria Annette Wenning, Felicitas Ptok und Irmgard Jalowy von der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) St. Peter und Paul.
Die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) St. Peter und Paul feiert am kommenden Sonntag ihr 100-jähriges Bestehen. Wie werden Sie Ihr Jubiläum feiern?
Ptok Mit einem Festakt im Pfarrzentrum. Vorher wird es um zwölf Uhr einen Gottesdienst in St. Peter und Paul geben, und nachmittags tritt das Kabarett "nomina forte" auf zum Thema "Frauen und Familien". Außerdem gibt es eine Ausstellung mit Antiquitäten und Fotos aus den vergangenen 100 Jahren.
Schwester Annette Dazu geben wir eine Festschrift heraus, in der viel über die Wurzeln der kfd zu erfahren ist, über unsere Arbeit und natürlich auch Fotos.
Wie viele Mitglieder hat die kfd denn überhaupt?
Schwester Annette In St. Peter und Paul sind es derzeit 160 Frauen. Dazu pflegen wir natürlich auch den Kontakt zu anderen Gemeinden. Aber es ist weniger geworden, 1971 waren noch 600 Frauen in der kfd.
Ist die kfd, auch im Hinblick auf die sinkenden Mitgliederzahlen, überhaupt noch aktuell?
Jalowy Auf Bundesebene ist die kfd sogar noch sehr aktuell. Als größter Frauenverband und größter Verband in der katholischen Kirche vertritt die kfd die Anliegen, Interessen und Ansprüche von Frauen in der Gesellschaftspolitik gegenüber der Bundesregierung und in kirchlichen Fragen der deutschen Bischofskonferenz. Das Problem ist nur, diese Aktualität auch in die Gemeinden zu transportieren. Viele glauben, ein Eintritt sei heutzutage nicht mehr notwendig. Dafür geschieht der Eintritt heute aber auch viel bewusster.
Welche Aufgaben hat die kfd denn eigentlich?
Schwester Annette Unser Aufgabenschwerpunkt liegt im Kontakt zu den Gemeindemitgliedern und den Familien.
Ptok Dazu knüpfen wir soziale Netze und versuchen zu helfen, wenn irgendwo Probleme sind. Wenn ein Mensch ins Krankenhaus muss, besuchen wir ihn. Wir kümmern uns, wenn jemand Hilfe im Haushalt oder mit den Kindern braucht, und versuchen immer zu helfen.
Wie ist die kfd denn entstanden?
Jalowy Die Organisation kommt ursprünglich aus Frankreich. Frauen, die sich regelmäßig zum Gottesdienst trafen, erkannten, dass Gotteslob und Dienst am Menschen zusammengehören. Sie kümmerten sich um andere Frauen und bauten ein soziales Netz gegenseitiger Hilfe auf. Mitte des 19. Jahrhunderts entschied dann der sehr sozial orientierte Mainzer Bischof Ketteler, dass man die Organisation auch in Deutschland einführen sollte.
Warum hielt er das für so wichtig?
Jalowy Weil er einem Frauenverband zutraute, sich zielgenauer um soziale Probleme von Frauen kümmern zu können. Damals hatten Frauen kaum Rechte und Unterstützung. Es gab beispielsweise keine Versicherungen für Frauen, kaum ärztliche Versorgung, Ausbildung oder Versammlungsrecht. In der kfd konnten sie sich auch über die Dorfgrenzen hinaus zusammenschließen.
Mit welchen Themen beschäftigt sich die kfd denn heute?
Jalowy Wir sind Partnerinnen für die Politik, vor allem wenn es um gesellschaftliche und soziale Fragen geht. Das betrifft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Anerkennung ehrenamtlicher und beruflicher Leistungen bis zu medizinischer Forschung und Entwicklung. Und wir sind als Laien Partnerinnen für die deutsche Bischofskonferenz. Deshalb werden wir auch weiterhin gebraucht.
Sie haben doch sicherlich noch viele Zukunftspläne in Ratingen. Welche sind das?
Schwester Annette Nach der Zusammenlegung von vier Gemeinden in die Pfarre St. Peter und Paul stehen wir vor der Aufgabe, diese vier Gemeinden näher zusammen zu bringen. Da sollte es in Zukunft mehr gemeinsame Aktionen geben, damit man sich näher kommt.
Ptok Wir werden uns weiter mit Frauenthemen beschäftigen, mit Problemen in Familien und wie wir dort helfen können.
Jalowy Uns geht das ehrenamtliche Engagement und auch die Freude daran mit Sicherheit nicht aus.
Christiane Bours stellte die Fragen.
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