Lintorf: Hilfe bei Depression
VON NINA MOLITOR - zuletzt aktualisiert: 09.08.2007Düsseldorf (RPO). Das Fliedner-Krankenhaus hat ein Therapieprogramm im Angebot, das speziell auf die Bedürfnisse älterer Patienten zugeschnitten ist. Die Probephase ist vorüber, die Ergebnisse sind gut, so die Klinik.
Das Fliedner Krankenhaus bietet speziell für Depressive im Alter Hilfe an. „Es gibt schon viele Angebote im Bereich der Depressionen, aber zu wenige für ältere Personen“, sagt Dr. Michael Schifferdecker, Leitender Arzt im Fliedner Krankenhaus.
„Ältere Menschen haben ganz andere Bedürfnisse als jüngere. Sie müssen sich mit den Themen des Altwerdens auseinandersetzen, erleben Verluste auf der ganzen Linie.“ Speziell für die ältere Generation gibt es ein strukturiertes stationäres Angebot, welches bereits ein halbes Jahr getestet wurde und Erfolg verspricht.
Die älteren Menschen werden in eine Gruppe von maximal zehn Personen zusammengebracht. Hier knüpfen sie Kontakte mit Menschen, die ähnliche Probleme haben. Weiterhin erhalten sie ein spezielles verhaltenstherapeutisches Angebot, bestehend unter anderem aus Gedächtnistraining, Kunsttherapie und Bewegungstherapie. „Die Gedächtnistherapie hilft den Patienten, auf spielerische Weise ihre kognitiven Ressourcen zu aktivieren. Konzentration und Gedächtnis werden geschult“, erklärt Schwester Ludmilla Rudi. Depression ist eine Krankheit, keine Verhaltensstörung. Sie muss behandelt werden, da die Suizidgefahr bei Depressionskranken stetig steigt und den Erkrankten die Freude am Leben fehlt. Jede vierte Frau und jeder achte Mann ist statistisch gesehen einmal in seinem Leben von Depressionen betroffen. „Bei älteren Menschen geht es um die Verbesserung des Selbstwertgefühls, Einfindung in neue gesellschaftliche Rollen und Trauerarbeit. Letztendlich ist es wichtig, ihnen dabei zu helfen, sich mit ihrem eigenen Tod auseinanderzusetzen“, sagt Schifferdecker. Das Angebot wird sehr gut angenommen. Alle bisher therapierten Menschen haben davon profitiert. Die Kontakte zwischen den Patienten werden auch nach der Therapie gehalten, was eine Hilfe für den weiteren Alltag ist. Die Therapie dauert sechs bis maximal acht Wochen und wird von den Krankenkassen bezahlt.
Hemmschwelle überwinden
Interessierte können sich direkt im Krankenhaus vorstellen. „Viele haben eine Hemmschwelle, sich bei ihrem Hausarzt eine Überweisung zu holen“, sagt Schifferdecker. Die meisten Patienten sind aus Ratingen, Mülheim und Duisburg. Personen aus der weiteren Umgebung können das Angebot ebenfalls nutzen. „Wir hoffen, dass wir vielen Patienten weiterhelfen können“, sagt Rudi.
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