Heiligenhaus: Hilfe, die immer ankommt
VON RUTH ORTLINGHAUS - zuletzt aktualisiert: 07.02.2008Düsseldorf (RPO). Die Suche nach einer neuen Bleibe ist beendet: Die Tafel in Heiligenhaus eröffnete gestern am neuen Standort.
Zu finden ist sie jetzt an der Rheinlandstraße 26. Der Privatmann Wolfgang Frenz stellt die Räume zur Verfügung.„Wunder gibt es immer wieder“, kommentierte die Standortbeauftragte der Heiligenhauser Tafel, Margret Hoch und strahlte. Wie gestern alle professionellen und ehrenamtlichen Helfer. Was über Monate unmöglich schien, wurde durch die soziale Ader eines Privatmannes doch noch Realität. Nach dem Aus für das Haus der Kirche suchte man monatelang vergeblich nach einem neuen Domizil für die Lebensmittel- und Essensausgabe an bedürftige Menschen. Die Verwaltung und auch die Diakonie als Träger resignierten bereits – dann kam der erlösende Anruf. Der selbständige Sanitär- und Heizungsinstallateur Wolfgang Frenz erfuhr von der Notsituation der Tafel aus der Zeitung, „las, dachte und handelte“, sagte er.
Private Hilfe
Er stellte kostenlos in seiner Immobilie in der Rheinlandstrasse, Ecke Gohrstrasse im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses aus den 70er Jahren ein 250 Quadratmeter grosses Lokal zur Verfügung. Dort war ehemals das Bistro „Pub aktuell“ untergebracht, aber die gastronomietauglich eingerichteten Räume mit Küche und weiträumiger Theke standen seit einem Jahr leer. Nach Rücksprache mit seinem Sohn – dem Nachfolger des Geschäftes – stand der Entschluss von Wolfgang Frenz schnell fest: „Wir helfen.“ „Die Räume sind ideal für uns“, betonte Renate Zanjani, Koordinatorin für die Tafel Niederberg. In der Vorhalle türmten sich die gespendeten Lebensmittel – vom frischen Gemüse über Konserven bis zu Brot und Obst. Dicht gedrängt standen die Menschen schon kurz nach 12 Uhr mit ihren Berechtigungsscheinen vor den appetitlich aussehenden Waren. Draußen warteten noch einmal etwa 100 Personen geduldig auf Einlass. Dankbar dafür, dass sie hier Unterstützung finden. „Wenn ich die Miete und alle Unkosten bezahlt habe, bleiben mir nur noch 150 Euro im Monat zum Leben“, erzählt eine alte Dame und ist glücklich über die Obstsorten, die sie für eine kleine Anerkennungsgebühr von einem Euro bekommt. „Gerne nehme ich auch für 50 Cent an dem Mittagessen teil.“ In einem hellen Licht durchfluteten Raum mit festlich gedeckten Tischen in gelben Farben können 74 Personen beköstigt werden. „Das Haus der Kirche spendete Tische und Stühle, Privatpersonen Geschirr und einen neuen modernen Gasofen, Möbel Rehmann wird die Küche kostenlos komplettieren“, berichtete die zweite Standortbeauftragte Christa Bayer.
Mit Leierkastenklängen
„Mit diesem Andrang hätte ich heute zur Eröffnung nicht gerechnet“, so Helferin Marlies Andres. Etwa 100 Personen warteten auf den Grünkohl mit Mettwurst oder Pasta mit Tomatensoße. Während Leierkastenmann Gottfried die Kurbel mit heiteren Melodien dreht, strahlen Vater und Sohn Frenz in dem Bewusstsein, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
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