Ratingen: Hilfe für Kinder in Paraguay
VON CHRISTIANE BOURS - zuletzt aktualisiert: 29.12.2008Düsseldorf (RPO). Die Ratingerin Claudia Buntzel absolvierte ihr Freiwilliges Soziales Jahr in einer Behindertenschule in Paraguay. Jetzt sammelt sie Spenden für die Schule und hält dazu am Donnerstag, 8. Januar, einen Vortrag in der Friedenskirche in Ost. Inzwischen lebt sie in Mannheim und studiert Medizin.
Als sie 2004 in die kleine Stadt im Norden Paraguays, nahe der Grenze zu Brasilien, kam, da entdeckte sie eine zweite Heimat. „Die Menschen sind dort viel unkomplizierter und offener, das ist einfach ein ganz anderes Lebensgefühl“, schwärmt Claudia Buntzel. Die gebürtige Ratingerin absolvierte dort ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Behinderteneinrichtung. Die Menschen, aber auch die Armut, in der dort viele leben, haben sie tief beeindruckt. Um den Menschen in der Behindertenschule zu helfen, sammelt sie Spenden. Am Donnerstag, 8. Januar, hält sie dazu um 20 Uhr einen Vortrag in der Friedenskirche in Ratingen Ost.
Inzwischen lebt Claudia Buntzel in Mannheim und studiert dort im siebten Semester Medizin. Doch der Kontakt nach Paraguay ist immer geblieben. Im Sommer war sie wieder dort, um ihre Gastfamilie, alte Bekannte und eben auch ihre alte Arbeitsstätte zu besuchen. „Ich habe einfach mal vorbeigeschaut, was sich so alles verändert hat“, erzählt Buntzel.
Verändert hat sich inzwischen einiges. Als die Behindertenschule 2001 gegründet wurde, waren die Lehrer schlecht ausgebildet, es gab kaum Platz, und auch die Angebote waren nicht ideal, erinnert sich Claudia Buntzel. Doch inzwischen hat die Direktorin die Einrichtung besser strukturiert. „Das ist nicht mehr nur eine Aufbewahrungsstätte für Kinder, sondern es gibt sehr viele Angebote“, so Buntzel. Die medizinische Versorgung wurde verbessert, dazu werden die Kinder auch in der Herstellung von Kleidung und im Anbau von Lebensmitteln geschult, um sie unabhängiger zu machen.
„Außerdem wurden die Kinder endlich in Klassen einsortiert, um ein besseres und an ihre Fähigkeiten angepasstes Lernen zu ermöglichen“, erklärt Claudia Buntzel. So gibt es eine Klasse, in der hauptsächlich Kinder mit Down-Syndrom sitzen, in einer anderen Klasse lernen gehörlose Kinder. Die Kinder, die die Einrichtung besuchen, sind alle zwischen sechs und 15 Jahren alt. „Aber viele geistig Behinderte kommen noch bis ins Erwachsenenalter in die Schule und werden dort betreut.“
Mit ihrem Vortrag in der Friedenskirche möchte Claudia Buntzel den Menschen in der Behindertenschule helfen. Und auch für die Zeit nach ihrem Medizinstudium kann sie sich durchaus vorstellen, noch einmal eine Zeit lang dort zu arbeiten. „Nur richtig auswandern möchte ich nicht“, sagt Buntzel. „Es gibt so viele Möglichkeiten, im Entwicklungsdienst etwas zu machen.“ Nur mit Kindern sollte es etwas zu tun haben, deshalb möchte Claudia Buntzel auch Kinderärztin werden.
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