Ratingen: Homberg: Kampf um Zentrum
VON NORBERT KLEEBERG UND JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 12.02.2009Düsseldorf (RPO). Der Vorstoß von Bürgermeister Harald Birkenkamp mit Blick auf den möglichen Kauf des Gemeindezentrums Homberg Süd schlug auch einen Tag nach der Ratssitzung hohe Wellen.
Szenen einer Ratssitzung: Selten hatte man Kämmerer Klaus Konrad Pesch derart emotional erlebt. Und selten hatten sich Claudia Luderich (CDU) und Anne Korzonnek (SPD) derart offen in Rage geredet. Am Vorstoß von Bürgermeister Harald Birkenkamp hatten sich die Gemüter rasend schnell erhitzt. Hintergrund: Das Stadtoberhaupt ließ in einer neuen Vorlage mitteilen, dass es bereits Verhandlungen darüber gebe, das Gemeindezentrum Homberg Süd zu kaufen und damit vor dem Aus zu bewahren. Diesen Kernpunkt hatten Bündnis 90/Die Grünen, SPD, CDU und FDP gerade in einem Antrag an die Stadtspitze formuliert. Doch Birkenkamp war bereits einen Schritt weiter gegangen – sehr zum Verdruss der Antragsteller, die ein abgekartetes Spiel vermuteten.
Jahrelang habe sich nichts getan, und jetzt sei die Stadtspitze plötzlich vorgeprescht. Die Frage aus den Reihen der Kritiker: Warum wohl? Birkenkamp wolle den betroffenen Fraktionen den Wind aus den Segeln nehmen, hieß es. Erst nach langer Debatte gelang es, das Thema zusätzlich auf die Tagesordnung zu hieven. Kämmerer Pesch stellte sich jedenfalls vor seinen Chef, indem er klarstellte, dass Verhandlungssachen in diesem Stadium – wenn überhaupt – in den nicht-öffentlichen Teil gehörten.
Die Diskussion um die Gemeindezentrums-Vorlage wurde gestern Nachmittag im Bezirksausschuss Homberg/Schwarzbach wieder aufgenommen. Vor vollbesetzten Reihen im Mehrzweckraum der Christian-Morgenstern-Schule wurde schon vor Beginn der Sitzung heftig über Birkenkamps Äußerung, in Homberg werde "viel dummes Zeug geredet", debattiert. In der Sitzung sagte Ausschussvorsitzende Anne Korzonnek (SPD), dass man "entsetzt und erbost" auf diese Worte reagiert habe und von der Bürger Union beschimpft worden sei.
Weil man die umstrittene Vorlage zum Erwerb des Gemeindezentrums, "auf die wir zehn Monate lang gewartet haben", erst während der Ratssitzung erhalten habe, plädierte sie erfolgreich für Absetzung dieses Tagesordnungspunktes. Einige der sachkundigen Bürger hatten sie überhaupt noch nicht zu Gesicht bekommen. Claudia Luderich (CDU) bemängelte, dass die Vorlage nur den Ist-Zustand in Homberg beschreibe, aber keinen Blick in die Zukunft erlaube.
Vor der Sitzung hatten einige Ausschussmitglieder Bürgermeister Harald Birkenkamp in Homberg gesehen: Offenbar schaute er sich die beiden Gemeindezentren an. Zur Sitzung selbst erschien er nicht. Die Verwaltungsplätze blieben leer.
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