Homberg: Homberg: Zentrum soll bleiben
VON CHRISTIANE BOURS - zuletzt aktualisiert: 05.02.2009Düsseldorf (RPO). Auf einer Bürgerversammlung, an der alle Parteien teilnahmen, waren sich fast alle einig: Das Gemeindezentrum in Homberg Süd muss bleiben. Der Bedarf bei Kindern und Senioren ist hoch.
Die gute Nachricht vorweg: Das Gemeindezentrum in Homberg Süd soll bestehen bleiben und vor allem für die Über-Mittag-Betreuung und als Seniorentreff genutzt werden. Da sind sich nicht nur fast alle Homberger Politiker einig, auch die Bürger kämpfen um das von der Schließung bedrohte Gemeindezentrum. Rund 100 Homberger kamen jetzt zu einer Bürgerversammlung, zu der SPD und CDU eingeladen hatten.
"Als wir uns damals ein Haus in Homberg Süd gekauft haben, war die gute Infrastruktur für uns ausschlaggebend", erklärte eine Mutter. Gemeindezentrum, Kindergarten und Grundschule waren fußläufig erreichbar, "besonders wichtig, wenn man mit einem Kinderwagen unterwegs ist." Eine gute Infrastruktur sei eben auch ein Stück Lebensqualität. Dem konnten sich die übrigen Homberger nur anschließen.
Über-Mittag-Betreuung
Der Schulpflegschaftsvorsitzende Gereon Becker kündigte an, dem Bürgermeister eine Unterschriftenliste besorgter Eltern zu schicken. "Wir haben für das neue Schuljahr 48 Anmeldungen für die Über-Mittag-Betreuung, aber keine Räume, wo diese stattfinden kann", so Becker. Die Verwaltung müsse hier dringend Abhilfe schaffen, denn die ersten besorgten Eltern hätten sich bereits gemeldet und würden nach Alternativen suchen.
Über-Mittag-Betreuung
Seit die evangelische Kirchengemeinde erklärt hat, dass sie das Gemeindezentrum aus Kostengründen schließen wird, herrscht im Stadtteil große Unsicherheit. Schnell kam der Vorschlag, dass die Stadt das Zentrum übernehmen und weiter unterhalten soll.
Ein weiterer Schock kam in der vergangenen Woche im Schulausschuss, als Dezernent Rolf Steuwe erklärte, dass die Kirchengemeinde auch den Mietvertrag für die Über-Mittag-Betreuung nicht verlängern will. Seitdem wird in der Verwaltung fieberhaft nach einer Lösung gesucht. Bisher sträubt sich die Verwaltung allerdings noch gegen den Kauf, zum einen aus Kostengründen, zum anderen, weil laut Kreisverordnung ein Träger nur sechs Seniorentreffs im Stadtgebiet unterhalten darf. Ratingen liege aber bereits darüber. Diese Gründe lassen die Politiker aber nicht gelten. Sie wollen, dass die Stadt nicht nur das evangelische Zentrum, sondern auch das benachbarte katholische Zentrum aufkauft. Dieses steht bereits seit zwei Jahren frei.
Da den Kirchengemeinden die Grundstücke damals geschenkt wurden, sei es doch nur logisch, dass die Stadt nun nicht die Grundstücke, sondern nur die Gebäude und Erschließungskosten zahlen müsse. "Die Kirchengemeinden haben die moralische Verpflichtung, die Grundstücke zurückzugeben", sagt Hermann Pöhling (Grüne). Das Zentrum selbst könne dann ja in die Trägerschaft einer anderen Institution, etwa der Awo, Diakonie oder ähnlichem übergehen, sagte Christian Wiglow (SPD). Gleichzeitig räumten die Politiker mit Gerüchten auf, auf den Grundstücken sei bereits eine Wohnbebauung mit Reihenhäusern geplant. "Diese Flächen sind für eine gemeinnützige Nutzung ausgeschrieben", erinnerte sich Ex-Stadtdirektor Dr. Alfred Dahlmann (BU). Eine andere Nutzung sei also nicht möglich. www.rp-online.de/ratingen.
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