Ratingen: "Im Mai fällt die Entscheidung"
zuletzt aktualisiert: 04.05.2009Düsseldorf (RPO). Montags-Interview mit Hannelore Hanning, der neuen Vorsitzenden des FDP-Stadtverbandes. Sie äußert sich zu den Chancen der Liberalen im Kommunalwahlkampf und zu einem Bürgermeister-Kandidaten. Der Parteitag werde diese Frage klären.
Persönlich
Beruf: Fachleiterin am Studienseminar Solingen für Lehrämter an Schulen, Dozentin an der Universität Duisburg-Essen für Schulpraktische Studien.
Amt: Vorsitzende des Tennis Clubs Homberg-Meiersberg.
Privat: verheiratet, zwei Kinder, ein Enkel.
Hobbys: Coachen junger Menschen, Tennis spielen, reisen, lesen.
Haben die Turbulenzen in der FDP dem Ansehen der Liberalen in Ratingen schwer geschadet?
Hanning Turbulenzen sind bei Veränderungen, Erneuerungen und Wechsel nie zu vermeiden. Sie können einiges aufwirbeln und persönliche Vorstellungen und Erwartungshaltungen Einzelner berühren. Ich beobachte diese Erscheinungen auch in den anderen Regionen des Kreises und in den unterschiedlichsten Parteien. Sie sind also nicht allein auf die FDP Ratingen beschränkt. Schaden tun die Turbulenzen nur dann, wenn sie nicht mit einem Aufbruch zu neuen Ufern und dem Blick nach vorn einhergehen. Bezogen auf die FDP Ratingen wird die Aufbruchstimmung noch von den Bürgern honoriert. Weitere Turbulenzen mit einem negativen Signal allerdings würden dem Ansehen der FDP Ratingen Schaden zufügen.
Der FDP-Stadtverband steht nach dem Abgang von Roland Liebermann vor einem kompletten Neuanfang. Was werden Sie als neue Vorsitzende konkret tun?
Hanning Das Ausscheiden von Roland Liebermann bedaure ich persönlich sehr und hat auch andere betroffen gemacht. Als neue Vorsitzende sehe ich meine Aufgabe darin, ein gutes Team, damit meine ich nicht nur den Vorstand oder die Bewerber um Listenplätze und Wahlkreise, sondern alle Mitglieder der FDP Ratingen, für die Zukunft aufzubauen, das durch seine Geschlossenheit gute, verlässliche Politik in Ratingen gestalten kann. Die Chancen stehen zurzeit sehr gut. Ich hege die Hoffnung, dass wir durch unsere gute Aufstellung und mit unserem neuen prägnanten Wahlprogramm, das wir auf unserem nächsten Parteitag verabschieden werden, viele Wähler von unserer glaubwürdigen und verlässlichen liberalen Politik verstärkt überzeugen können.
Noch fehlt das Bekenntnis zu einem Bürgermeister-Kandidaten. Wann lässt die FDP die Katze aus dem Sack? Oder gibt es gar keine Katze?
Hanning Im Mai werden wir auf unserem Parteitag diese Frage klären. Dort werden wir neben der Verabschiedung unseres Wahlprogramms Stellung beziehen. Diese Stellungnahme wird eine klare Position der FDP beinhalten und das einstimmige Votum des Vorstandes tragen. Von dieser Entscheidung und dem Auftrag des Parteitages wird die politische Gestaltungskraft der FDP Ratingen bestimmt. Sollte eine Katze im Sack sitzen, haben wir sie uns, bevor wir sie herauslassen, vorher genau angeschaut und geprüft, ob sie den politischen Vorstellungen der FDP entspricht.
Welche persönlichen Ziele haben Sie als liberale Politikerin?
Hanning Persönlich steht für mich die liberale Geisteshaltung im Mittelpunkt. Wichtig ist dabei für mich auch die intensive Vernetzung mit der Landes- und Bundespartei. Als Delegierte zu den Parteitagen, als Vorsitzende eines Landesfachausschusses, stellvertretende Vorsitzende der Liberalen Frauen NRW und Bezirksvorsitzende der Liberalen Frauen des Bezirks Düsseldorf, als Podiumsteilnehmerin in verschiedenen Diskussionsrunden und als Dozentin in der Friedrich-Naumann-Stiftung vertrete ich die liberale Politik und stelle die Verbindung zu den Entscheidungsträgern unserer Partei her. Für Ratingen möchte ich glaubwürdig und verlässlich Politik machen und einen Stil pflegen, mit dem sich viele Bürger identifizieren können.
Die FDP schwimmt im Bund und im Land auf einer Erfolgswelle. Was kann die Ratinger FDP bei der Kommunalwahl erreichen?
Hanning Ich glaube, dass viele Bürger erkannt haben, dass ohne die Wertvorstellungen, die die FDP verkörpert und deren Gestaltungsfähigkeit einer vernünftigen Steuer- und Wirtschaftspolitik, einer ernst gemeinten Bildungs- und Innovationspolitik und der Unterstützung des eigenverantwortlichen Handelns die Politik unmenschlicher würde. Für die Anstrengung und die Erfolge im Bildungs- und Innovationsbereich werden wir am Dienstag, 5. Mai, Minister Andreas Pinkwart mit dem ‚Platten Dumen' und gleichzeitig mit ihm Annette Rexrodt von Fircks für ihr Engagement im Gesundheitsbereich auszeichnen. Mit der Stärkung unseres politischen Einflusses ließen sich viele Fehlentscheidungen, die viel Geld verschlungen haben, sicher vermeiden. Ich möchte da an das Thema der Sanierung des Rathauses erinnern. Wenn es nach dem Willen der Bürger und der FDP gegangen wäre, würden heute die Sanierungsmaßnahmen am Rathaus schon laufen.
Ihr Tipp: Wer wird neuer Bürgermeister?
Hanning Der, der die Bürger mit seiner Persönlichkeit, seiner menschlichen Haltung, den besten Konzepten, authentischer Glaubwürdigkeit und guter Leistung überzeugen kann.
Norbert Kleeberg stellte die Fragen.
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