Ratingen: Im Reisebus nach Neuss
zuletzt aktualisiert: 20.02.2008Düsseldorf (RPO). Streik in Heiligenhaus? Die Rathaus-Personalratsvorsitzende Gabriele Rücker fasste sich auf Anfrage denkbar kurz. „Da ist offenbar keiner hingegangen“, sagte sie mit Blick auf die Verdi-Aktionen im öffentlichen Dienst.
Einen anderen Termin hatte sie gestern eher im Auge: Nachmittags war Personalversammlung der Heiligenhauser Rathaus-Mitarbeiter. Wobei dieser Termin, wie Rücker sagte, vor dem Bekanntwerden der Warnstreik-Ankündigungen bereits festgezurrt war. Die Mitarbeiter hörten gestern unter anderem den Tätigkeitsbericht des Personalrats. Rücker löste Jochen Schick im Amt ab. Ihre Amtszeit läuft zunächst bis 30. Juni. Dann sind Neuwahlen.
Bei der Stadt Ratingen war von Streik nichts zu spüren. Auch auf dem Baubetriebshof hielt man sich bedeckt: „Wenn es richtig los geht, dann sind wir dabei.“ Manfred Dörr von der Komba-Gewerkschaft Ratingen hatte bereits geahnt, dass die Bereitschaft der Kollegen, die Arbeit für einige Stunden niederzulegen, nicht besonders intensiv war: Er hatte nur einen Reisebus bestellt, der die Kollegen zur Kundgebung in Neuss abholte. Dörr war der einzige, der mit zwei Komba-Fahnen einstieg. Man habe unter den über 400 Mitgliedern eine aufwändige Werbung betrieben, sogar Handzettel verteilt. Doch die Resonanz sei „eher zögerlich“ gewesen, sagte er am Morgen. Dafür habe er sich viele Ausreden anhören müssen: Ungewöhnlich viele Omis seien erkrankt. Nur etwa 30 bis 40 Kollegen hatten sich angemeldet. Der letzte große Streik sei vor 16 Jahren gewesen: „Da müssen wir erst mal wieder üben.“ Der Warnstreik sei von der Gewerkschaft ausgerufen worden, die Stadtverwaltung sei rechtzeitig informiert worden, sagte er.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum