Ratingen: Integrationsrat kritisiert Debatte um Türken
zuletzt aktualisiert: 29.01.2009Düsseldorf (RPO). Ziya Kalin, der Vorsitzende des Integrationsrates, hat die öffentliche Diskussion um Ergebnisse der Studie des Berlin-Institutes scharf kritisiert. Ein Ergebnis der Untersuchung war, dass Türken am schlechtesten integriert seien. Kalin betonte in einem Schreiben: "Statt über die Verteilung der Bildungschancen in unserem Land zu diskutieren, wird bei türkischen Migranten fehlendes Bildungsinteresse ausgemacht, von Schulverweigerung gesprochen und der Ehegattennachzug als Ursache angeführt." Diese Phänomene würden die Startbedingungen für Kinder türkischer Abstammung nicht gerade begünstigen, so Kalin. Insgesamt seien die angeführten Gründe nur eine "allzu billige Rechtfertigung für das Versagen der Schule, diese benachteiligten Kinder an einen qualifizierten Abschluss heranzuführen".
Man solle die Studie genauer lesen, empfahl Kalin, denn darin stehe auch, dass nicht die ethnische Herkunft die Qualität der Integration beeinflusse. Es gebe Faktoren des Scheiterns, die in sozialen Milieus begründet seien und unterschiedliche Auswirkungen auf die Gruppen hätten. Kalin forderte, in eine konstruktive Diskussion über Bildungsförderung einzusteigen.
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