Hösel: Jugendrat gegen JUZ-Umzug
VON SANDRA PERSKI - zuletzt aktualisiert: 07.03.2008Düsseldorf (RPO). Der Jugendrat hat sich gegen die Verlegung des Jugendzentrums (JUZ) zum Spielplatz ausgesprochen. Bei einer schwach besuchten CDU-Bürgerversammlung wurde die Standortfrage diskutiert.
Bei einer nur spärlich besuchten Bürgerversammlung des CDU-Ortsverbandes in Hösel wurde der Standort des Jugendzentrums JUZ diskutiert. Kurz zuvor hatte sich der Jugendrat überraschend doch für den alten Standort an der Banhofstraße ausgesprochen.
Eines steht fest: Das alte marode Gebäude an der Bahnhofstraße 98 muss langfristig abgerissen werden, so CDU-Vorsitzender Stefan Heins: „Wir hatten eine hohe Schadstoffbelastung. Gutachter haben ermittelt, dass das Gebäude noch höchstens fünf bis sieben Jahre tragbar ist. Zudem besteht großer Bedarf nach einer Erweiterung der Räumlichkeiten.“ Wirtschaftlich gesehen sei also nach eingehender Prüfung ein Neubau die sinnvollste Lösung.
Wie geht es weiter?
Der Ratsbeschluss wird für April erwartet. Der Jugendrat fordert die Aufnahme des Neubaus in den Etat für 2008. Zudem sollen die Baumaßnahmen bereits 2009 abgeschlossen werden können.
Der Jugendrat soll in die Planung und Gestaltung einbezogen werden.
Hinsichtlich der begrenzten Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Gelände an der Bahnhofstraße kam im vergangenen Jahr ein Neubau im Wohngebiet Fernholz ins Gespräch. Fachlich betrachtet eine sinnvolle Alternative, so Jugenddezernent Rolf Steuwe: „Dort wohnen viele Familien mit Kindern. Da sitzt die Jugend der Zukunft.“
Auch betroffene Eltern meldeten sich zu Wort: „Der Standortwechsel würde verschiedene bekannte Probleme eindämmen“, sagte Anke Herberg, deren Kinder das Angebot des Jugendzentrums nutzen. Am Spielplatz und Fußballfeld im Neubaugebiet Fernhorst gebe es weder Sanitäreinrichtungen für die Kinder, noch sei eine Beaufsichtigung möglich. Auch Jugenddezernent Steuwe sprach sich klar für den neuen Standort aus: „Mein Herz schlägt eindeutig für Fernholz.“
Trotzdem bleibt dieser Standortwechsel umstritten. Eine neue Vorlage der Stadt ergab: Neben etwa 300 Prozent höheren Kosten und einem langwierigen Bebauungsplanverfahren bestehe die Gefahr einer Klage durch die Anwohner des Wohngebietes. Tatsächlich drohten anwesende Anwohner bereits an, rechtlich gegen eine mögliche Bebauung der Grünflächen im Fernholz vorzugehen.
Kurz vor der Bürgerversammlung hatte der Jugendrat, der sich zunächst für einen Standortwechsel ausgesprochen hatte, erneut abgestimmt. Mit einem unerwarteten Ergebnis: Mit elf Stimmen und acht Enthaltungen möchten die jungen Leute den alten Standort des Jugendzentrums beibehalten. Michael Hansmeier, Betreuer des Jugendrates, zu dieser Entscheidung: „Bei der ersten Abstimmung haben sich die Jugendlichen durch rein inhaltliche Betrachtung für den neuen Standort entschieden. Nun haben sie pragmatischer abgestimmt, nach Erfolgsaussichten und Realisierbarkeit.“
Stefan Heins: „Wir werden die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, in politischen Gremien weiterdiskutieren und eine Entscheidung finden. Aber natürlich ist das Votum des Jugendrates von großer Bedeutung und wird die schlussendliche Entscheidung stark beeinflussen.“
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