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Ratingen: Kalkbahn: Krach ums Pfeifen

VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 09.12.2009

Düsseldorf (RPO). Längst liegen einfache Lösungen auf dem Tisch, um das lästige Pfeifen der Kalkbahn-Lokomotiven im Bereich Cromford einzuschränken. Doch die Verhandlungen mit der Bahn sind zäh. Anwohner machen Druck. In die unsägliche Diskussion um das Pfeifen der Kalkbahn kommt endlich Bewegung. Vor über drei Jahren hatte sich Rudolf Rübsamen, Anwohner in Cromford, als Sprecher vieler Nachbarn an alle Fraktionen gewandt. Bislang ohne Erfolg.

Doch die Ideen der Stadt, die Bahnübergänge ohne großen Aufwand so umzugestalten, dass künftig die dröhnende Pfeiferei der Loks überflüssig wird, könnten bald realisiert werden. Das hängt zeitlich auch mit dem Bau der Bezirkssportanlage zusammen.

Bekanntlich ist als Zufahrt zur Sportanlage am Ende der Lintorfer Straße ein beschrankter Bahnübergang geplant. Rübsamen: "Dann soll der Übergang am Haus zum Haus entfallen und mit Drängelgitttern ausgerüstet werden." Bislang warnen nur Andreas-Kreuze den Verkehr vor der Bahn. Entsprechend muss dort von den Lokführern gehupt werden.

Info

Die Kalkbahn

Die Kalkbahn verbindet die Rheinischen Kalksteinwerke in Wülfrath mit dem Ruhrgebiet. 1901 begannen Italiener mit dem Bau der Bahnstrecke durch das Angertal, 1903 wurde er fertiggestellt.

Auch neben dem ehemaligen Stellwerk-Häuschen ist ein Übergang: Der soll komplett weg. Der im Zuge der Euroga angelegte Wanderweg soll auf die andere Seite verlegt werden, an den Übergang unterhalb der Brücke kommt ebenfalls ein Drängelgitter.

An diese Planung erinnerte Rübsamen: Seit Oktober 2005 führe er gemeinsam mit den übrigen Nachbarn im Bereich Cromford einen Kampf gegen das Bahn-Getute. Sogar mit einer Unterschriftenliste habe man den Bürgermeister aufmerksam gemacht. Als Rübsamen sich vor 28 Jahren dort ansiedelte, sei der Krach der Bahnen erträglich gewesen: Erst 2003 habe der Lärm durch den Einsatz größerer Zugmaschinen aus dem Osten extrem zugenommen. In einem Gutachten eines Institutes für Bauphysik sei bestätigt worden, dass die Warnsignale der Bahn 82 Dezibel überschritten: "Diese gehen weit über die Zumutbarkeitsgrenze hinaus."

Rübsamen fragt sich, wie derzeit der Sachstand sei: Die Stadt habe Vorschläge zur Entschärfung der Situation gemacht. Baudezernent Dr. Ulf-Roman Netzel konnte keinen verbindlichen Zeitplan nennen, aber immerhin soviel: "Zurzeit wird eine Planungsvereinbarung zur Regelung der Eisenbahnkreuzungen bei der Bahn geprüft. Danach erfolgen erst Planung und Bau. Das heißt, erste Konzeptionen liegen vor und werden abgestimmt. Danach wird die Ausführungsplanung gemacht und dann gebaut. Das wird noch dauern, aber wir sind guter Dinge."

Mit dem Bau der Bezirkssportanlage wird der beschrankte Bahnübergang geschaffen, um eine direkte Anbindung an die Innenstadt zu legen. Dann könnte auch der Übergang am Haus zum Haus verkleinert und mit Drängelgittern versehen werden. KOMMENTAR

Quelle: RP

 
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