Ratingen: Kerstin Griese trifft . . .
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 11.04.2007Düsseldorf (RPO). Wenn die SPD-Bundestagsabgeordnete in ihren Wahlkreis Niederberg/Ratingen bittet, dann kommen prominente Talkgäste: Steinbrück, von der Leyen, Reimann. Auf der Wunschliste obenan: Steinmeier.
Im großen Talk-Land Deutschland ist sie wohl die Ausnahme: Kerstin Griese (SPD), Vorsitzende des Ausschusses für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, hat als Politikerin längst ein eigenes Format entwickelt, das Promis und Zuschauer gleichermaßen in den Wahlkreis Niederberg/Ratingen zieht.
Allein in diesem Jahr kamen zu vier Veranstaltungen unter dem Titel „Kerstin Griese trifft . . .“ 600 Besucher an verschiedene Orte. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) diskutierte ebenso angeregt mit der studierten Historikerin wie Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU), der Kriminologe Christian Pfeiffer und die SPD-Gesundheitsexpertin Carola Reimann.
„Es ist wichtig, dass ich den Menschen in meinem Wahlkreis direkt Rede und Antwort stehe und zusammen mit Experten auf komplizierte Fragen eingehen kann“, urteilt Griese, die seit sechs Jahren für die Sozialdemokraten im Bundestag sitzt. Der Politikerin, die sich ein engmaschiges Netzwerk aus Kontakten in Berlin aufgebaut hat, macht es außerordentlich viel Spaß, mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. „Politik muss gleichermaßen interessant und unterhaltsam dargeboten werden“, findet sie, „in vielen Wahlkreisen gibt es solche Diskussionsrunden nur zu Wahlkampfzeiten.“ Griese sei es jedoch wichtig, auch außerhalb der Wahlkämpfe mit den Bürgern in Kontakt zu kommen.
Beispiel: Mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer erörterte sie in Heiligenhaus das Thema „Jugend, Medien und Gewalt“ und zeigte dabei auch drastische Ausschnitte aus Computerspielen. „Ich habe mich sehr gefreut, dass viele Jugendliche zu dieser Veranstaltung gekommen waren“, meinte Griese, „ihre Beiträge sind wichtige Anregungen für meine Arbeit in Berlin.“
Optische Markenzeichen sind die beiden roten Sessel, auf denen die Gesprächsteilnehmer traditionell Platz nehmen. Und Griese sitzt bereits an einer Wunschliste, auf der drei Namen ganz oben stehen: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Bischof Wolfgang Huber, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). „Die Chancen stehen nicht schlecht, dass diese Personen in meinen Wahlkreis kommen“, sagt Griese, die auch dem Partei- und Fraktionsvorstand angehört. Gleichwohl räumt sie im Blick auf die nächsten, im Herbst stattfindenden „Kerstin Griese trifft . . .“-Veranstaltungen ein: „So eine prominent besetzte Reihe wie die vergangene lässt sich nicht so einfach wiederholen. Wir sind jetzt dabei, mit inhaltlich interessanten Gästen die Termine abzustimmen.“ Das Credo der Bundestagsabgeordneten: „Politik darf sich nicht in langweiligen Sitzungen und langen Reden erschöpfen.“ Gäste und Resonanz bestätigen das Talk-Format.
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