Homberg: Kirche funkt SOS
VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 15.12.2006Düsseldorf (RPO). Die evangelische Kirchengemeinde Homberg denkt daran, wegen der „dramatischen Haushaltslage“ das Gemeindezentrum Süd aufzugeben. Politiker wollen den Stadtteiltreff erhalten. Thema im Rat.
Die evangelische Kirchengemeinde Homberg hat in Sachen Gemeindezentrum einen Notruf gesendet: So interpretiert jedenfalls die örtliche CDU einen entsprechenden Beitrag im jüngsten Gemeindebrief: Dort bittet Presbyter Peter Allgeier eindringlich Gemeindemitglieder und Politik um Ideen und Geld, um das Gemeindezentrum zu erhalten. CDU-Ratsfrau Claudia Luderich und ihr Parteikollege Dieter Schmoll wollen helfen und haben das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung am Dienstag, 19. Dezember, gesetzt.
Bereits im November hatte Ex-Ratsmitglied Günter Ziebell die Alarmglocken geläutet. Vorausgegangen war ein runder Tisch, an dem Vertreter von Stadt, Gemeinde und der Fraktion über die ungewisse Zukunft des beliebten Stadtteiltreffs berieten. Man trennte sich ergebnislos, wie sich Schmoll und Luderich erinnern. Die Gemeinde sei wie viele andere in Geldnot und könne das Zentrum vermutlich nicht mehr ohne Unterstützung der Stadt halten. Luderich befürchtet, dass das Gelände verkauft werden könnte.
Vor über einem halben Jahr sei bereits das benachbarte Jacobushaus geschlossen worden – ebenfalls aus Geldmangel. Beide Gebäude stehen auf einem städtischen Grundstück, das beiden Kirchen für gemeinnützige Zweck gratis zur Verfügung gestellt worden sei. So stehe es auch im Bebauungsplan. Doch den könne man ändern, befüchten beide Homberger Politiker. Sie wollen anregen, die angeblichen Verkaufsverhandlungen fürs Jacobushaus stoppen zu lassen.
Das evangelische Gemeindezentrum müsse zugunsten des Stadtteiles unbedingt erhalten bleiben: „Es erfüllt auch viele soziale Aufgaben in Homberg-Süd“, sagte die Ratsfrau. Das könne wohl nur die Stadt leisten. Man gehe davon aus, dass die Gemeinde das Zentrum weiter führe, die Stadt jedoch als Mieter auftrete und so helfe, die Betriebskosten zu tragen. Das 26 Jahre alte Gebäude müsse auch renoviert werden: Die Rede sei von etwa 80 000 Euro, die investiert werden müssten. Alles Fragen, die sicherlich am Montag bei einem Gespräch zwischen Dezernent Rolf Steuwe und Vertretern der Gemeinde eine Rolle spielen werden. Für Homberg sei der Treff jedenfalls unverzichtbar, so Luderich: Das Zentrum sei jeden Tag ausgelastet. Für einen kleinen Hoffnungsschimmer sorge immerhin die Einrichtung der Ogata an der benachbarten Christian-Morgenstern-Schule: Die Übermittagsbetreuung soll im Gemeindezentrum stattfinden. Der Weg für die Kinder sei denkbar kurz: Nur ein Türchen im Zaun trennt die Gebäude.
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