Ratingen: Klänge zum Krieg
VON REGINA HARTLEB - zuletzt aktualisiert: 20.10.2006Düsseldorf (RPO). Der Kammerchor Hösel unter Dominikus Burghardt arbeitet zum Volkstrauertag beide Weltkriege in Wort, Bild und Ton auf.
Vespermusik
Das Konzert gestaltet der Kammerchor Hösel im Rahmen der Konzertreihe „Vespermusik“ in der katholischen Pfarrei St. Suitbertus, Ratingen-Süd. Beginn ist um 17 Uhr. Auszüge aus diesem Programm wird der Kammerchor nochmals am Sonntag, 26. November, 10 Uhr, im Gottesdienst zum Totensonntag in der evangelischen Friedenskirche in Ratingen Süd singen.
Hösel Dominikus Burghardt liebt Herausforderungen. Der Leiter des Kammerchors Hösel sucht immer neue Ansätze, um Menschen Musik und Themen näher zu bringen. Dabei geht er gerne in die Tiefe. Aktuelles Beispiel ist das Programm des Höseler Chores zum Volkstrauertag am Sonntag, 19. November, in der Kirche St. Suitbertus. Das Thema Krieg – denkt man an den Nahen Osten derzeit von besonderer Aktualität – haben Burghardt und Freunde künstlerisch aufbereitet. „Wir wollen bei diesem Konzert versuchen, beide Weltkriege in unterschiedlicher Weise in Ton, Wort und Bild zu beleuchten“, erklärt der Pianist und Hochschuldozent. In dieser Form habe es das noch nicht gegeben.
Aus dem Bereich „Ton“ wird der Kammerchor a cappella-Chormusik aus vier Jahrhunderten singen, unter anderem ein von Wolfgang Amadeus Mozart überliefertes „Miserere“ von Gregorio Allegri sowie ein „Requiem“ des Romantikers Peter Cornelius nach einem Text von Friedrich Hebbel. Außerdem erklingen die Motette „Ich wollt, dass ich daheim wär“ von Hugo Distler sowie die Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“ des einstigen Dresdner Kreuzkantors Rudolf Mauersberger. Das Stück entstand anlässlich der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg. Natürlich lässt es sich Burghardt nicht nehmen, eine Totentanz-Komposition seines Bruders Benedikt aufzuführen. Unbedingt hörenswert, denn Benedikt Burghardt wurde in diesem Jahr mit einem Kompositionspreis ausgezeichnet. An der Orgel wird Ansgar Wallenhorst, Kantor in St. Peter und Paul, ausgewählte Werke zum Thema Krieg spielen.
Den Bilder-Part des Konzertes sollen ausgesuchte Ansichten gestalten, etwa vom zerstörten Dresden. Für die Worte macht sich Reinhard Pede, Schauspieler aus Düsseldorf, stark. Er wird Auszüge der „Briefe aus dem Feld“ von Franz Marc lesen. Der deutsche Maler und Grafiker war selbst ein Opfer des Ersten Weltkriegs, er fiel 1916 bei Verdun.
Gelegenheit, den Kammerchor Hösel schon vorher einmal zu hören, gibt es am Sonntag, 29. Oktober, in der Neanderhalle Mettmann. Dann treten die Ratinger um 16.20 Uhr bei der Kulturbörse in Mettmann auf. Dort stellen sie sich mit den „Liebesliedern“ op. 52 von Johannes Brahms für Chor und Klavier zu vier Händen im Theatersaal vor. Neben dem künstlerischen Leiter Dominikus Burghardt sitzt am Klavier der Essener Pianist Thomas Schäfer.
An einem Stand des Chores können sich Musikfreunde außerdem über die Arbeit und Projekte der Ratinger informieren.
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