HÖsel: Klassik – frisch aufbereitet
VON MAX STARKE - zuletzt aktualisiert: 16.01.2007Düsseldorf (RPO). Das Kokopelli-Quartett eröffnete den Konzertreigen beim Kulturkreis Hösel im neuen Jahr. Mit einer bunten Mischung verschiedener Stile erfreute das Ensemble auf hohem musikalischem Niveau.
Es geht auch mal anders. Nicht immer muss ein klassisches Konzert von Geigen bestritten werden, von Trompeten und Oboen. Auch das Saxophon – 1844 erfunden und somit ein junger Hüpfer unter den Instrumenten – taugt dazu, die alten Meister von Barock bis Romantik vortrefflich zu interpretieren. Wer es bis jetzt noch nicht glaubte, konnte sich beim Konzert des „Kokopelli Saxophon Quartettes“ eines Besseren belehren lassen.
Die vielen Zuschauer mussten schon geahnt haben, dass da ein außergewöhnliches Vergnügen für ihre Ohren wartete – der Saal im Oberschlesischen Landesmuseum war mit fast 200 Besuchern bis auf den letzten Platz besetzt. Wie es sich für einen „normalen“ Saxophonisten gehören würde, spielten die vier Musiker aber auch Werke jüngeren Datums, etwa von George Gershwin oder dem weniger bekannten Jérôme Naulais. Das ganze Konzert war ein recht bunter Mix verschiedener Stilrichtungen, teils aus Originalkompositionen, teils aus Bearbeitungen.
So geht’s weiter
Die Konzertreihe beim Jugendkulturkreis wird am Sonntag, 11. Februar, fortgesetzt.
Zu Gast ist dann das Duo Maximilian Hornung (Violoncello) und Gerhard Vielhaber (Klavier).
Insgesamt umfasst die Kulturkreis-Reihe der Sonntagskonzerte sechs Veranstaltungen, die auch als Abonnement buchbar sind.
Informationen über den Kulturkreis Hösel und seine übrigen Angebote erfinden Interessierte im Internet unter „www.kulturkreis-hoesel.de“.
Statt auf wenige, groß angelegte Werke setzten die Musiker auf kurze Stücke und viel Abwechslung. Sie begannen mit einer beschwingten Suite voller französischer Eleganz vom Hofe Louis XIV., sie stürmten ganz impulsiv die Tonleitern in Werken von Paul Pierné rauf und runter und zwischendurch legten sie mal eine kurze Pause mit einem getragenen Stück ein.
Nun mag Kurzweil an sich noch nichts Außergewöhnliches sein, doch auch die Art und Weise, wie das Quartett die Werke vortrug, macht ihm so schnell keiner nach: Stets federleicht, ohne jede erkennbare Anstrengung, ohne Verbissenheit, locker, auch in hohen Tonlagen und bei vollem Tempo. Die vier verschiedenen Saxophone – Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon – ergaben ein erstaunlich breites, wohl differenziertes Klangbild.
Außerdem bewiesen die Musiker ein gutes Händchen bei Werkauswahl und den Arrangements. Die Stücke waren zwar nicht ohne Anspruch, aber doch gut zu verfolgen. Sogar die Werke Claude Debussys klangen in der Interpretation der Kokopellis harmonisch wie selten. Den Namen „Kokopelli“ hat das Quartett übrigens von einer Art indianischem Fruchtbarkeitsgott übernommen. Dieser wachte bei einigen Stämmen im Südwesten der USA über Geburt und Fortpflanzung – und hatte immer eine hölzerne Flöte dabei, quasi einen der Vorgänger des Saxophons. Sopranist Thomas Käseberg berichtete in einigen Worten über den Bandnamen von der „mythischen Kraft des Kokopellis“. Ob nun mythisch oder nicht – das Konzert überzeugte mit ganz weltlicher Klasse und angenehm frischen, unverbrauchten Klängen.
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