Homberg: Lebenshilfe stoppt Projekt
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 08.10.2010Düsseldorf (RPO). Ärger hinter den Kulissen: Die Kreisvereinigung der Lebenshilfe, 1963 in Ratingen gegründet, wollte das katholische Gemeindezentrum in Homberg Süd umbauen. Jetzt kam das Aus.
Erst bekam die Lebenshilfe beim evangelischen Gemeindezentrum in Homberg Süd keinen Fuß in die Tür, jetzt ist auch das Projekt fürs katholische Gemeindezentrum geplatzt. Wie Hildegard Weidenfeld, Vorsitzende der Kreisvereinigung Mettmann der Lebenshilfe, am Donnerstag auf RP-Anfrage bestätigte, habe man der Kirche und Bürgermeister Harald Birkenkamp schriftlich mitgeteilt, dass man auf das Projekt endgültig verzichten werde.
Pläne und Verträge
Die Pläne waren, so Weidenfeld, längst ausgearbeitet, ebenso die Verträge. Im September sollte das Projekt Homberg Süd im Rat auf die Tagesordnung gesetzt werden. Doch dann tauchte das Thema erst gar nicht auf. Weidenfeld: "Wir wollten endlich klare Fakten haben. Eine Entscheidung blieb aus. Ich konnte dieses Projekt angesichts der zeitlichen Hängepartie in unserem Vorstand nicht weiter vertreten. Deshalb haben wir uns entschieden, die ganze Sache fallen zu lassen."
Was war geplant? Ursprünglich hatte die Lebenshilfe ein Konzept vorgelegt, das beide Zentren betraf. Diese Pläne stießen jedoch auf politischen Widerstand und Kritik im Stadtteil. Mit Blick auf das evangelische Gemeindezentrum, das der Stadt gehört, gibt es eine andere Lösung: In Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein wird dort mit Hilfe der Stadt ein Stadtteiltreff angeboten.
So blieb noch das katholische Gemeindezentrum in Homberg Süd: Laut Weidenfeld sollte dort die Hauptverwaltung der Lebenshilfe einziehen. Zudem war geplant, ein Begegnungszentrum einzurichten. "Wir wären also als Lebenshilfe wieder nach Ratingen zurückgekehrt", betonte Weidenfeld.
Hintergrund: Die Kreisvereinigung hat ihren offiziellen Sitz in Heiligenhaus. Die Lebenshilfe hatte bei der Vorstellung der Pläne für beide Zentren betont, dass der Landschaftsverband Rheinland (LVR) das Vorhaben finanziell unterstützen werde – auch mit Blick auf die Erwerbskosten der Immobilien.
Rolf Steuwe, der Sozialdezernent, erklärte, dass eine entsprechende Vorlage zum Lebenshilfe-Projekt im katholischen Gemeindezentrum fertig sei. Unter anderem gehe es darin um die Änderung der Dienstbarkeit, also darum, wie das Grundstück und die Immobilie rechtlich genutzt werden können. Steuwe bedauerte die Entscheidung der Lebenshilfe. "Bei mir ist noch nichts schriftlich eingegangen, aber wenn es so sein sollte, dann wäre dies auch mit Blick auf das Thema Inklusion sehr schade." Um dieses bewusste Miteinander von behinderten und nicht-behinderten Menschen ging es auch Weidenfeld: "Wir hatten ja unter anderem ein offenes Begegnungszentrum geplant."
FDP-Fraktionschefin Hannelore Hanning zeigte sich gestern überrascht von der Entwicklung. Eine Möglichkeit, die leerstehenden Räume anderweitig zu nutzen, sei die Nutzung durch den städtischen Kindergarten an der Ulmenstraße. Man könnte dringend benötigte U 3-Plätze schaffen, unterstrich Hanning stellvertretend für die Fraktion.
Ewald Vielhaus, CDU-Fraktionschef: "Wirklich schade, dass die Lebenshilfe nicht einsteigen will. Dabei waren wir – auch auf Initiative der CDU – auf einem guten Weg. Die Gründe für den Rückzug müssen nun schnellstmöglich aufgearbeitet werden."
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