Heiligenhaus: Lernen von Cowboys
VON ANNA HARTNACK - zuletzt aktualisiert: 12.08.2008Düsseldorf (RPO). Sandra Schneider bringt ihren Schülern eine besondere Art des Reitens bei: das Westernreiten. Mit ihrem Pferd Pepper ist sie unterwegs wie ein Cowboy – und möchte die Freude am Westernreiten weiter vermitteln.
Die großen braunen Augen des Pferdes schauen neugierig. Lässig neigt es seinen braun-weißen Kopf, riecht an der Hand des Fremden und stupst sie mit seinen samtweichen rosa Nüstern an. Pepper schnaubt und sein warmer Atem kitzelt auf der Haut.
Der Pinto weiß, was kommt – denn wer eine Reitstunde bei Sandra Schneider nimmt, reitet auf ihrem Pferd Pepper. Sandra Schneider (34) ist Westerntrainerin und weiht gemeinsam mit Pepper Anfänger und fortgeschrittene Reiter in die Geheimnisse des Westernreitens ein. „Die Ausrüstungen von Pferd und Reiter sind anders als beim Dressurreiten“, erklärt sie. Das gelte für Sattel, Sporen und Gebiss.
Kontakt
Reitstunden, Kurse in Natural Horsemanship, Hilfe beim Einreiten von Pferden oder Hilfe mit Problempferden auf Gut Zehnthof in Heiligenhaus.
Info zum gewaltfreien Pferdetraining unter www.horsemen-united.com.
Kontakt unter www.westerntrainerin.com oder unter sandra@westerntrainerin.com
Ein Schnupperkursus im Westernreiten kostet 60 Euro für zwei Stunden.
Alle Manöver beim Westernreiten dienen der Arbeit mit der Kuh.“ Denn Westernreiten bedeutet reiten, genauso wie die Cowboys es auch heute noch tun. Das hat Sandra Schneider schon hautnah erlebt. Drei Monate lang hat sie sich auf einer Ranch in New Mexico zur Westernreiterin ausbilden lassen, sie hat dort gelebt und gearbeitet wie ein Cowboy. Pepper hat sie selbst zum Westernpferd ausgebildet.
Mit Respekt im Sattel
Wer zu der Westerntrainerin kommt, erhält zuerst einen Crash-Kursus in „Natural Horsemanship“. „Natural Horsemanship“ bedeutet, das Pferd als Individuum anzuerkennen und es mit Respekt zu behandeln“, erklärt Sandra. Bevor sich also ein Reiter in Peppers Westernsattel schwingen darf, lernt er, mit dem sensiblen Tier zu kommunizieren. Lernt, dass leichter Druck bereits ausreicht, um Pepper in eine Richtung zu lenken, lernt, dass er sich sogar ohne Zügel reiten lässt. Wer ein Westernreiter werden will hat zunächst zum Ziel, einhändig zu reiten – so machen es die Cowboys, die immer eine Hand freihaben müssen fürs Lasso oder zum Öffnen und Schließen von Gattern auf einer Ranch. Das zu lernen, sagt Sandra, könne aber bis zu einem halben Jahr dauern.
Gewaltfreies Training wie bei Sandra und Pepper sei nicht selbstverständlich. Selbst beim Westernreiten, sagt Sandra, erlebe sie, dass Reiter mit ihren Pferden grob umgehen oder sie misshandeln – obwohl hier viel Wert auf natürliche Bewegungen des Pferdes gelegt wird. Das vermittelt Sandra auch ihren Reitschülern. Und Pepper hilft, denn ihn bring so schnell nichts aus der Ruhe – auch kein wackeliger Anfänger.
Die Westerntrainerin kann nicht bloß unterrichten. Die ausgebildete Fremdsprachensekretärin ist zertifizierte Pferdekommunikationstrainerin und hat ein Studium am Institut für Pferdekommunikationswissenschaft (IIPKW) absolviert. An Wettkampferfolgen ist die rothaarige Reiterin allerdings nicht interessiert – viel wichtiger ist ihr, Pferde mit Geduld und Hingabe einzureiten und sich mit dem Charakter jedes Tieres auseinanderzusetzen.
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