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Lintorf: Manege: Aus für Förderverein

VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 20.07.2010

Düsseldorf (RPO). Die Stadt hat den Vertrag mit dem Förderverein Manege gekündigt. Alle Veranstaltungen fallen flach. Weil die Stadt plötzlich Gewerbesteuer verlangte, war der Verein mit den Raten für den Anbau in Verzug geraten.

Im Dauerstreit zwischen Jugendamt und Förderverein Manege hat die Stadt den Kooperationsvertrag gekündigt. Die Mitglieder mussten die Schlüssel abgeben, alle geplanten Veranstaltungen und Angebote des Fördervereins fallen flach.

Wie Erster Beigeordneter Klaus-Konrad Pesch in der jüngsten Ratssitzung sagte, sei der Verein mit den Ratenzahlungen für den 860 000 Euro teuren Anbau (Wintergarten) ans Jugendzentrum Manege nicht mehr nachgekommen. Der Verein wollte den Anbau allein aus dem Erlös von Veranstaltungen finanzieren. Die Stadt hat für einen Teil des Kredites eine Bürgschaft übernommen – die Rede ist von über 150 000 Euro.

Auf dieser Summe dürfte der Steuerzahler nun sitzenbleiben, nachdem dem Verein die Möglichkeit genommen wurde, das Geld zu erwirtschaften.

Nach Angaben von Pesch habe man "in mehreren Gesprächen den Versuch unternommen, Wege für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zu ebnen". Doch konkrete Absprachen seien nicht eingehalten worden. Außerdem sei der Verein nach dem Rücktritt zweier Vorstandsmitglieder "derzeit nicht mehr handlungsfähig".

Dem widersprach Vorsitzender Andreas Kaufmann: "Zwei Vorstände haben ihre Ämter aufgegeben. Einer wird Vater, einer geht in die USA. Wir haben aber neue Vorstandsmitglieder, die bereits arbeiten, aber eben noch formal am Sonntag gewählt werden müssen."

Stadt verlangt Gewerbesteuer

Man sei in unerwartete Schwierigkeiten geraten, weil das Finanzamt 50 000 Euro Körperschaftssteuer aus den Vorjahren verlangt habe und auch die Stadt Ratingen plötzlich etwa 30 000 Euro Gewerbesteuer gefordert habe. Die Stadt sei der Bitte, die kommunale Rate (30 000 Euro) für ein Jahr zu verschieben, um die Gewerbesteuer zahlen zu können, nicht nachgekommen.

Anderen Vereinen sei die Stadt in der Vergangenheit dagegen entgegengekommen. Die Gewerbesteuer sei bezahlt. Der Verein sei mittellos und nur auf die Einnahmen durch die Veranstaltungen angewiesen gewesen, um die Schulden zu bezahlen.

Der 2002 gegründete Förderverein habe der Stadt mit dem Wintergarten eine Immobilie im Wert von insgesamt 860 000 Euro geschenkt: "Mit der Übergabe des Gebäudes ging es in den Besitz der Stadt über." Doch die technische Einrichtung wie Theken, Technik und Spülmaschine sei im Besitz des Vereins, werde aber auch durch die Stadt genutzt: Der Wert betrage etwa 100 000 Euro. Es sei fraglich, was damit nun geschehe. Man werde einen Verwaltungsjuristen beauftragen, sagte Kaufmann: "Wir haben eine Ebene erreicht, auf der wir Beistand benötigen."

Bereits seit eineinhalb Jahren habe es sich abgezeichnet, dass man den Förderverein loswerden wolle. Zu vermuten sei, dass der Verein dem Jugendamt zu mächtig geworden sei. In der Vergangenheit hat die Stadt ständig mit Knüppeln geworfen: Zuletzt musste der Verein beim selbst organisierten Public Viewing eine Theke der Stadt überlassen – das kostete Einnahmen, auf die der Verein dringend angewiesen war.

Das Dorffest Lintorf werde aber auch dieses Jahr wieder stattfinden. "Wir lassen die Werbegemeinschaft nicht hängen", versprach Kaufmann. Der Förderverein organisiert traditionell das Bühnenprogramm.

Nur für die 15 Kinder, die sich fürs Theaterprojekt angemeldet haben, das beim Dorffest gezeigt werden sollte, gebe es wohl kein alternatives Angebot: Die Proben sollten in den beiden letzten Ferienwochen in der Manege stattfinden. KOMMENTAR

Quelle: RP

 
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