Ratingen: Manege frei
VON JASMIN MAXWELL - zuletzt aktualisiert: 05.08.2008Düsseldorf (RPO). Bei einem Ferienprojekt der Stiftung Lebenshilfe und des Jugendamtes waren Kinder die Stars in der Manege. Mit Artisten des Zirkus Casselly studierten sie Kunststücke ein.
TIEFENBROICH Normalerweise sind es die Kinder, die im Zirkus aus dem Publikum den Artisten in der Manege zujubeln. Nicht so bei dem Ferienprojekt, das die Lebenshilfe und das Jugendamt zusammen mit dem Zirkus Casselly und dem Clown „tiftof“ bereits zum fünften Mal auf die Beine stellten. Da nämlich werden behinderte und nicht behinderte Kinder selbst zu Stars in der Manege. Bei der Abschlussveranstaltung am Samstag auf dem Schützenplatz in Tiefenbroich waren sie es, die im voll besetzten Zirkuszelt von ihren Verwandten und Freunden angefeuert wurden. „Wir wollen mit diesem Projekt Barrieren zwischen nicht behinderten und behinderten Kindern abbauen“, sagte Heide Weidenfeld, Vorsitzende der Ratinger Lebenshilfe und gemeinsam mit Barbara Wefel vom Jugendamt Organisatorin der Ferienaktion. Dadurch, dass die Kinder gemeinsam so viel Neues lernten, seien Berührungsängste meist schon nach dem ersten Tag verschwunden. „Den Artisten des Zirkus Casselly gelingt es immer wieder, den Kindern Freude zu vermitteln, aber auch den Willen, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.“ Und was die 82 Kinder, von denen zehn eine Behinderung haben, darboten, konnte sich wirklich sehen lassen. Alles war dabei: von Akrobatik auf dem Boden und am Trapez in der Luft, über Tierdressuren, bis hin zu lustigen Clownsnummern. Insgesamt ergab sich ein Programm von anderthalb Stunden – einstudiert in nur fünf Tagen. Am ersten Tag konnten sich die Kinder für einen neuen Workshops entscheiden, in denen sie von den Artisten des Zirkus und dem Clown tiftof etwa Jonglieren, Einradfahren, den richtigen Umgang mit den Zirkus-Tieren oder Clownerie lernen konnten. „Mich fasziniert, wie die behinderten und nicht behinderten Kinder voneinander lernen. Gerade Kinder mit Behinderung öffnen sich und entwickeln ein ganz neues Selbstbewusstsein“, meinte Christoph Münch, alias Clown tiftof. „Ich bewundere, wie viel Disziplin, Mut und Ausdauer die Kinder gezeigt haben.“ Das brauchten die Kinder auch, um die teils anspruchsvollen Kunststücke zu erlernen. Bei einigen Figuren am Trapez etwa stockte wohl so manchem Elternteil kurz der Atem – obwohl natürlich nichts passieren konnte: Die Kinder waren nicht nur durch Matten, sondern auch durch die ehrenamtlichen Helfer des Jugendamts und des Zirkus gesichert. Am Ende waren die kleinen Artisten sichtlich stolz auf die gemeinsam erbrachte Leistung. Und ließen sich nur zu gerne vom begeisterten Publikum feiern.
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