Ratingen: Mit Ideen die Stadt gestalten
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 13.02.2009Düsseldorf (RPO). In Workshops haben 170 Bürger viele Vorschläge für Ratingen entwickelt. Frank Rehmann, Geschäftsführer der Ratingen Marketing GmbH (RMG), moderierte. Ergebnis: Ein dickes Maßnahmen-Paket für 2009 und 2010.
Das Paket ist beschlossene Sache, denn der RMG-Aufsichtsrat hat das Konzept abgenickt. Jetzt geht's an die Umsetzung.
Wer hat mitgemacht?
Bürger aus ganz unterschiedlichen Bereichen haben in fünf Workshops gezielt an Themen gearbeitet. Die Ergebnisse sind in ein Gesamtkonzept eingeflossen, das wiederum in unterschiedliche Bereiche gegliedert ist.
Welche Schwerpunkte stehen an?
Das Konzept umfasst die Bereiche Kommunikation, Veranstaltungen, Innenstadt, Stadtteile und Tourismus. Zudem gibt es zwei weitere Themen, die gesondert bearbeitet werden sollen: Ratingen als fahrradfreundliche Stadt und der Blaue See, der als Veranstaltungs- und Naherholungsort stärker eingebunden werden soll. Es gebe Verhandlungen, so RMG-Chef Frank Rehmann, der allerdings die Erwartungen dämpfte. Vor 2010 werde sich da "wohl nichts Entscheidendes tun", vermutet er.
Wo hat das Stadt-Marketing Defizite?
Es gibt in vielen Bereichen einen enormen Nachholbedarf. Der Stadt fehlt ein einheitlicher Auftritt mit einheitlichen Broschüren und einheitlichen Briefköpfen. Es fehlt ein Stadtfilm, der Ratingen als sympathischen Ort mit hoher Lebensqualität darstellt. Rehmann: "Es muss ein Film sein, der emotional ist, der mitten ins Herz geht." Es fehlen Werbemaßnahmen und Artikel, die für Ratingen stehen. Es fehlt eine ordentliche Beschilderung für Sehenswürdigkeiten. Und es mangelt an der Kommunikation. Rehmann gibt nach der grundlegenden Bestandsaufnahme in den Workshops offen zu: "Man hat bisher zu wenig miteinander gesprochen." Ein Beispiel seien die Hoteliers, die so gut wie gar keinen Kontakt zueinander hätten. Dies müsse sich ändern, so Rehmann. Auf der langen Mängelliste steht auch ein Gebäudeflächenmanagement, das dringend installiert werden muss. Dies bedeutet: Es muss schnell und zentral abrufbar sein, wo Läden seit wann leer stehen. Für Touristen und Messegäste müsse es bereits in den Hotels Tipps fürs Ausgehen in Ratingen geben – bisher Fehlanzeige. Der RMG-Geschäftsführer betont: "Es gibt 340 000 Übernachtungen pro Jahr – nur in Ratingen."
Gibt es konkrete Veranstaltungen? Ja. Zum Beispiel das zweite Dumeklemmer-Spektakel am 11. und 12. Juli und das erste Ratinger Festival, das zwischen dem 21. und 23. August ebenfalls in der Innenstadt über die Bühne geht. Besonderer Gast: die britische Gruppe Hot Chocolate, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Für den 13. September ist ein Triathlon vorgesehen. Also: Schwimmen, Rad fahren und laufen.
Wie hoch sind die Kosten? Rehmann ist überzeugt, dass viele Ideen und deren Umsetzung nicht sehr teuer sind. Die RMG verfüge über einen städtischen Zuschuss von 275 000 Euro und 100 000 Euro aus Drittmitteln (Sponsoren), so Rehmann.
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