Ratingen: Mit Wickie hinter der Bühne
VON CHRISTIANE BOURS - zuletzt aktualisiert: 10.08.2010Düsseldorf (RPO). Seit Mai läuft auf der Naturbühne am Blauen See das Stück "Mein Freund Wickie" mit Liv Heigl in der Hauptrolle als kleiner, frecher Wikingerjunge. 16 Schauspieler und viele Tiere stehen gemeinsam auf der Bühne.
Noch liegen die beiden Wikingerschiffe ordentlich vertäut am Rande des kleinen Sees, friedlich mampfen die Ziegen ihr Heu und auch Eselin Ulrike genießt ihre Mahlzeit. Die Hühner scharren in der Erde und beäugen ihre Besucher, die Entenfamilie vom See, kritisch. Doch schon bald ist es mit dieser Idylle vorbei, dann werden wieder seltsam aussehende Menschen mit Wikingerhelmen auf dem Kopf lauthals schreiend und singend um sie herum tanzen – schließlich gehören die Tiere zum Ensemble von Theater Concept, die in diesem Jahr "Mein Freund Wickie" auf der Naturbühne am Blauen See aufführen.
Doch bevor es pünktlich um 15.30 Uhr losgeht, gibt es noch einiges zu tun. Während die Tiere noch in aller Ruhe ihre Gehege auf der Bühne beziehen und es sich dort gutgehen lassen, werden die Requisiten verteilt, Büsche, die die Sicht versperren, zurückgeschnitten und kontrolliert, ob alles an seinen Platz ist.
Draußen ist alles anders
Dann betreten die 16 Schauspieler zum ersten Mal an diesem Tag die Bühne zum Soundcheck. Schließlich müssen sie alle auf der Zuschauertribüne gut zu verstehen sein. Mit "Hey, hey Wickie" singen sie sich ein und testen, ob auch bei jedem einzelnen das Mikrofon samt zugehöriger Technik funktioniert.
Auch Liv Heigl, die den pfiffigen kleinen Wikingerjungen Wickie spielt, ist natürlich beim Soundcheck dabei. Nervös ist sie aber nicht mehr, schließlich wird "Wickie" schon seit Mai auf der Naturbühne gespielt. Mit dem Engagement am Blauen See hat sie sich einen großen Wunsch erfüllt. "Das ist das erste Mal, dass ich in einem Freilufttheater spiele, das ist schon was anderes", erklärt die Schauspielerin. Bevor sie die Rolle von Wickie bekam, hat sie vor allem in Kinderstücken, beim Dinnertheater und bei Präventionsstücken in Schulen mitgemacht. "Auf so einer Naturbühne sind die Wege ganz anders", erklärt Liv Heigl. Man müsse anders spielen, "größer und lauter, damit alle Zuschauer das mitbekommen." Durch den See zwischen Bühne und Tribüne sei das Publikum schließlich viel weiter entfernt als sonst. "Aber vor allem das Sprinten über die Bühne ist eine ziemlich körperliche Herausforderung", so Heigl. Tägliches Training sei da ein Muss. Doch das Publikum macht diese Anstrengungen locker wett. "Am besten ist, wenn es die Kinder nicht mehr auf ihren Sitzen hält und sie alle nach vorne an die Absperrungen rennen und rufen und mitmachen", lächelt Heigl, "das ist ein unheimlicher Ansporn, wenn man das beim Spielen mitbekommt." Vor dem Spiegel in ihrer Garderobe dauert es etwas, bis sie sich in den kleinen Wikinger verwandelt.
Das Mikro klebt sie sich ins Gesicht und auch die Perücke mit den roten Haaren muss festgesteckt werden, genau wie der Wikingerhelm. "Bei der ersten Probe mit Kostüm sind mir Haare und Helm davongeflogen", erinnert sich Heigl. Um solche Pannen in Zukunft zu verhindern, kontrollieren Schauspieler und Mitarbeiter alles genau.
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