Heiligenhaus: Motorräder und ihre Geschichten
VON PETRA WILLNAUER - zuletzt aktualisiert: 04.09.2006Düsseldorf (RPO). Museumsnacht im Neanderland: Auch Wolfgang Bortz zeigte seine Motorrad-Sammlung, die man sonst nur selten zu sehen bekommt. Nachtschwärmer und Folk-Musik im Feuerwehr-Museum.
Wolfgang Bortzs Augen strahlen, wenn er Besucher in sein Allerheiligstes führt. 90 Motorräder, das älteste stammt aus dem Baujahr 1926, stellt der Motorradfan in seinem Motorradmuseum aus. Ein Museum, das nicht immer Zutritt gewährt. „Das liegt daran, dass dies hier kein Museum, sondern nur das Zeugnis meiner Sammelleidenschaft ist“, so Bortz lachend. Für die Museumsnacht Neanderland hatte er jedoch am Freitagabend das Tor zu seiner geräumigen Fabrikgarage hoch geschoben.
Das, was sich dahinter verbirgt, verschlägt nicht nur Motorradfans die Sprache. Kein Quadratzentimeter, in dem man nicht irgendeiner Kurve, vorsichtig lackierten Schutzblechen oder glubschäugigen Scheinwerfern begegnet. In Reih’ und Glied, fast als warteten sie nur auf ihren Einsatz, stehen pompöse Maschinen neben kleinen „Mopeds“ eng beieinander. „Die Garage ist zwar groß, doch die 90 Maschinen plus die Motorräder meiner Freunde machen die Frage nach einem ansprechenden Arrangement unmöglich“, erklärt sich Bortz. Ansprechendes Arrangement? Das haben Modelle wie eine Suzuki Wankel, bekannt durch ihre schwierige Technik, oder eine Hoffmann S 300 wirklich nicht nötig.
Mit letzterer verbindet Bortz eine ungewöhnliche Anekdote. „Die habe ich von einer alten Oma bekommen. In den 50ern hatten sie und ihr Mann einen Untermieter, der jedoch die Miete nicht zahlen konnte. So behielten sie das Motorrad als Pfand ein. Und Motorradbesitzer und die Vermieter vergaßen, dass es noch im Schuppen stand.“
Sein ältestes Stück: eine Gillet „Tour de monde“, das gleiche Modell, das auch der berühmte Motorradjournalist Ernst Leverkus gefahren hat. Für die Museumsnacht hat Bortz sich zur Unterstützung seine Motorradbrüder Karl-Heinz Sapp und Manfred Barenscheidt herbestellt, die die Museumsgästen nicht nur bei ihren Fragen, sondern auch bei Hungerattacken mit Würsten und Kartoffelsalat zufrieden stellten. Auch Günter Brunöhler hat einige Kilometer weiter so einige Nachtschwärmer im Feuerwehrmuseum mit einem kleinen Zwischensnack gestärkt. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Besucher auch in den späten Abendstunden vorbei schauen würden. Darunter auch viele, die unser Museum noch nicht kannten“, freute sich der Museumsleiter.
Die Scheune, die sonst die alten Einsatzwagen beherbergt, wurde zur Folk-Konzerthalle, die den Heiligenhausern „Fricklesome Amsel“ ein uriges Ambiente bot.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum