Ratingen: Müll statt Mathe
VON CHRISTIANE BOURS - zuletzt aktualisiert: 27.02.2010Düsseldorf (RPO). Heute wird beim Dreck-weg-Tag in ganz Ratingen Müll gesammelt. Die Schüler der Erich-Kästner-Schule zogen schon gestern los und säuberten den Bereich rund um die Schule. Was herum lag, fanden die Kinder ziemlich eklig.
west "Bah, ist das eklig." Angewidert rümpfen die beiden Mädchen die Nase. Doch dann fassen sie sich ein Herz und greifen zu – schließlich sind auch Zigarettenkippen Müll und gehören weder auf die Straße noch ins Gebüsch. Die rund 240 Schüler der Erich-Kästner-Schule in West wissen das genau, und deshalb machten sie beim städtischen Dreck-weg-Tag mit und sorgten rund um ihre Schule für Sauberkeit.
Der offizielle Dreck-weg-Tag findet zwar heute im gesamten Stadtgebiet statt. "Doch wir haben uns überlegt, wie wir möglichst alle Kinder zum Mitmachen kriegen können", erklärte die stellvertretende Schulleiterin Britta Sülzen. Statt Deutsch oder Mathe stand gestern in der dritten und vierten Unterrichtsstunde deshalb Müll sammeln auf dem Stundenplan. Die Schüler hatten trotzdem Spaß. Mit leuchtend orangenfarbenen oder neongelben Warnwesten, Handschuhen, Mützen, Mülltüten und Pieksern ausgerüstet, zogen sie los, um dem Müll rund um die Schule den Garaus zu machen. Die Ausrüstung hatten sie vom Baubetriebshof bekommen, der den gesammelten Müll denn auch abholte.
Einfach auf einen Berg gekippt
Die Mitarbeiter vom Baubetriebshof hatten eine ganze Menge zu transportieren. Denn der Schulhof der Erich-Kästner-Schule ist gleichzeitig ein Durchgang zwischen Berliner Straße und dem Grünstreifen zwischen Kirchen und Einkaufszentrum. "Der Müll auf dem Schulhof kommt gar nicht so sehr von den Kindern, sondern eher von den Erwachsenen", erklärte Sülzen. Schade fand sie deshalb auch, dass der Dreck-weg-Tag der Schüler bei den Eltern auf wenig Resonanz stieß. Deshalb versuchen Sülzen und ihre Kollegen schon von der ersten Klasse an, die Kinder für den Umgang mit Müll zu sensibilisieren: "Mit meiner ersten Klasse habe ich erst heute morgen geübt, den Klassenmüll richtig zu trennen." Der Müll von zwei Tagen wurde dafür auf einen großen Berg gekippt, dann wurde gemeinsam überlegt, was aus den einzelnen Sachen gemacht werden kann.
"Sogar die Erstklässler sind schnell darauf gekommen, dass man aus Papier wieder neues Papier machen kann", so Sülzen. Dasselbe gilt natürlich auch für Plastik und Glas. "Schließlich haben wir überlegt, was passieren würde, wenn wir den Müll einfach immer weiter auftürmen würden", so Sülzen. Die Vorstellung fanden die Schüler gar nicht schön und begriffen recht schnell, warum ein Dreck-weg-Tag sinnvoll ist. "Vielleicht können sie damit ja auch ihre Eltern und andere Erwachsene überzeugen", hofft Sülzen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum