Ratingen: Müller-Witt (SPD) ohne Landtagsmandat
VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 11.05.2010Düsseldorf (RPO). Elisabeth Müller-Witt, SPD-Kandidatin aus West, wird nicht in den Landtag einziehen: Die Landesliste habe nur bis Platz zehn gezogen, sagte sie gestern. Sie selbst stand auf Platz 21. Besonders im Ruhrgebiet seien aber viele Genossen direkt gewählt worden. Das habe die Chancen verringert, über die Liste in den Landtag einziehen zu können.
Die SPD-Kreisvorsitzende Kerstin Griese aus Ratingen, die auch Mitglied im Bundesvorstand der SPD ist, bedauerte, dass die SPD im gesamten Kreis Mettmann kein einziges Direktmandat erringen konnte: "Ich hätte mir eine größere politische Vielfalt gewünscht." Leider habe die SPD "zu wenig Erststimmen von Grün-Wählern" bekommen. Trotz vieler gemeinsamer Themen wie der Kampf gegen die CO-Pipeline von Bayer sei dies bei den Wählern nicht angekommen. Zum Gesamt-Ergebnis sagte Griese: "Das ist die Quittung für Schwarz-Gelb. Union und FDP sind in Düsseldorf nach fünf Jahren am Ende, in Berlin sogar schon nach einem halben Jahr." Das Wahlergebnis spreche eine deutliche Sprache: Die Bürger seien "gegen ungedeckte Steuersenkungsversprechen, gegen die Kopfpauschale und gegen Atomkraft".
Geringe Beteiligung in West
"Schade, der Wahlkampf hat sehr viel Freude gemacht", sagte Müller-Witt zu ihrem eigenen Abschneiden. Sie bekam im gesamten Wahlkreis 34 Prozent der Erststimmen und lag damit über dem Parteiergebnis von 28,6 Prozent in Ratingen. Sie habe sich sehr über die vielen Kontakte zu den Menschen vor Ort gefreut. Das werde ihr auch bei der weiteren Arbeit als Vorsitzende der SPD Ratingen und als Ratsmitglied helfen: Ihr seien auch viel lokale Probleme angetragen worden.
Als problematisch sieht sie die gebietsweise sehr geringe Wahlbeteiligung an. An den Hochhäusern in West habe sie Wahlbenachrichtigungen im Müll gefunden. Da müsse etwas geschehen: Die Benachrichtigungen sollte man nicht mehr nur als Postkarte mit viel Kleingedrucktem verschicken, sondern als Brief mit einem erklärenden Begleitschreiben – und das möglichst in mehreren Sprachen. Auch habe es kaum gute Podiumsdiskussionen gegeben – bis auf die vom Jugendrat: "Die war gut vorbereitet und hat richtig Spaß gemacht." In Ratinger Schulen habe im Gegensatz zu Velbert nichts an Diskussionen stattgefunden. Immerhin gebe es einen Hoffnungsschimmer: Ganz junge Bürger würden sich wieder für Politik interessieren.
CDU-Kreisvorsitzender Dr. Wilhelm Droste meinte zum schlechten Gesamtergebnis seine Partei: "Dass wir an das sensationelle Ergebnis vor fünf Jahren nicht anknüpfen werden, haben wir erwartet. Bei der letzten Landtagswahl sind viele Wähler, die mit der rot-grünen Bundesregierung unzufrieden waren, nicht zur Wahl gegangen. Vor diesem Hintergrund haben wir damit gerechnet, dass wir deutlich hinter dem Wahlergebnis von 2005 bleiben werden." Es habe einen von bundespolitischen Aspekten geprägten Wahlkampf gegeben. Droste: "Auch eigene handwerkliche Fehler haben den Blick auf die hervorragende Bilanz der Regierungskoalition verstellt."
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