Ratingen: Musikalische Botschafter
zuletzt aktualisiert: 10.10.2006Düsseldorf (RPO). Der Kinder- und Jugendchor und die Kantoreifreunde waren zu gleicher Zeit auf Konzertreise in Barcelona. Beide Gruppen pflegten Kontakte und gewannen neue Fans bei vielen Auftritten. Der Kinder- und Jugendchor holte Gold beim Festival.
Chor-Kontakt
Kantoreifreunde: Leiter Heinrich Arndt, Info: % 58 32, E-mail: floetenheini@t-online.de
Kinder- und Jugendchor: Leiter Werner Schürmann und Brigitte Falke Schürmann, Info: www.kinder-jugendchor.de
Ratingen/Barcelona (ha) Zwei Chöre – ein Ziel, ein Flugzeug: Die Kantoreifreunde aus Homberg und der Kinder- und Jugendchor der städtischen Musikschule haben die ersten Tage der Herbstferien auf Konzertreise im sonnigen Süden verbracht. Beide Gruppen zog es nach Barcelona, in die Hauptstadt Katalaniens. Unter einem fröhlichen Stern stand die Reise von Beginn an: Denn der Zufall wollte es, dass sich beide Chöre auf dem Hinflug im gleichen Flieger trafen.
Vor Ort trennten sich dann aber die Wege der Ratinger, denn beide Formationen waren aus unterschiedlichen Gründen in Spanien: Auf Einladung der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde Barcelona waren die Kantoreifreunde mit ihrem Leiter Heinrich Arndt in Barcelona und Montserrat. Der Kinder- und Jugendchor nahm in Barcelona am internationalen Chorfestival teil.
Und dies außerordentlich erfolgreich: „Der Ratinger Kinder- und Jugendchor erreichte beim Chorwettbewerb ,Europa deine Lieder’ die Goldmedaille und die höchste Punktzahl aller bisher teilgenommenen Kinderchöre“ titelt Chorleiter Werner Schürmann seinen umfassenden Reisebericht. Aber nicht nur wegen des Erfolgs war die Teilnahme am Festival für die Ratinger ein ganz besonderes Erlebnis. Denn schon beim Eröffnungskonzert in der Kirche Maria del Pi und beim Gastauftritt unter freiem Himmel genossen die Choristen das Flair der Stadt und die Begeisterungsfähigkeit des internationalen Publikums. Anschaulich schildert Schürmann den Tag des Festivals: die letzten Proben, den Auftritt, das Warten auf das Ergebnis. „Die fünf Stücke bekamen einen Riesenapplaus. Der Chor war wirklich gut, nur das Problem: die anderen Chöre waren auch gut, besonders der Chor aus Potsdam...“. Die Zeit bis zur Ergebnis-Verkündung ging dann aber schließlich doch vorüber, nicht zuletzt wegen der großen Parade vom Placa Katalonia zur Kirche Maria del Pi. „Von einem gastgebenden Chor Barcelonas angeführt, bewegte sich die internationale Sängerschar durch die Altstadt. Während viele Chöre ihre Nationalflaggen trugen, wurde der Ratinger Chor von einem großen Plakat mit Namen und Wappen der Stadt Ratingen angeführt.“ Dass die Goldmedaillen-Gewinner später ausgiebig beim Gala-Dinner für alle Teilnehmer feierten, versteht sich.
Heinrich Arndt und seine Kantoreifreunde pflegten derweil die Ökumene: „Der besondere Akzent der Reise wurde durch die gute ökumenische Zusammenarbeit der evangelischen Pfarrerin Susanne Storck mit den spanischen katholischen Gemeinden in Barcelona erreicht“, schreibt Arndt. „Pfarrerin Storck, die zwölf Jahre Pastorin in Homberg war und nun seit fünf Jahren Pfarrerin der evangelischen deutschsprachigen Gemeinde Barcelona ist, hält engen ökumenischen Kontakt zu der katholischen Geistlichkeit in Barcelona. So öffneten sich den Ratingern Kirchentüren, die normalerweise den meisten Chören verschlossen bleiben: Die Kantoreifreunde konnten in der Kathedrale von Barcelona konzertieren und zusammen mit dem ältesten Knabenchor Europas, der berühmten Escolania von Montserrat, und anderen europäischen Chören vor hunderten Pilgern in der Basilika von Montserrat zum Lobe Gottes singen.“ Natürlich kam auch das Musizieren in der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde Barcelona nicht zu kurz. Die Kantoreifreunde gestalteten den Erntedankgottesdienst musikalisch und gaben in der katholischen Nachbargemeinde Santa Agnes ein vielbesuchtes Vesperkonzert.
Das Fazit der beiden Chorleiter lautet ähnlich: „Die Stadt Barcelona selbst ist mit vielen erstrangigen Sehenswürdigkeiten und kulturellen Höhepunkten allein schon eine Kunstreise wert. Namen wie Gaudí, Picasso oder Miró sprechen für sich. Selbst acht Tage Barcelona mit vollem Einsatz waren nur ein Kennenlernen“, schreibt Heinrich Arndt. Und Werner Schürmann resümiert: „Zurück bleiben unvergessene Tage in Barcelona, in der Kirche Maria del Pi, im Hotel Barcarola und am Strand von S. Agaro.“
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