Heiligenhaus: „Musikalischer Brückenschlag“
VON RUTH ORTLINGHAUS - zuletzt aktualisiert: 20.11.2007Düsseldorf (RPO). Eindrucksvolles Konzert: Die Gemeinschaft Heiligenhauser Kirchenchöre, „musica oecumenica“, sang in der frisch renovierten St. Suitbertus-Kirche. Der Auftritt war ein Besuchermagnet.
Musik verbindet trennende Grenzen – auch in den Konfessionen. Das bewies eindrucksvoll, gleich triumphaler Hymnen, die Gemeinschaft Heiligenhauser Kirchenchöre „musica oecumenica“ in der frisch renovierten St. Suitbertus-Kirche. „Wir betrachten dies als annähernden Brückenschlag“ betonten der Hausherr Pastor Alfons Demand und sein evangelischer Kollege Pfarrer Horst Ulrich Müller. Dass sie hiermit auf dem richtigen Wege sind, zeigte der Besucherstrom, der die Kirche bis auf den letzten Stehplatz füllte. Hoch schlugen die Wellen der Begeisterung über die Leistungen der freudigen und aus innerer Überzeugung singenden Laienchöre mit gut ausgebildetem Stimmpotential.
Perlen aus zwei Jahrhunderten
Das Programm war vielseitig und bewegte sich vorwiegend in kirchenmusikalischen Perlen des 18. und 19. Jahrhunderts. Da setzte die überströmende Klangfülle der Gemeinschaftschöre ebenso wie die Soli tröstende und hoffnungsvolle Leuchtfeuer in den Volkstrauertag. Stimmungsvoller Auftakt mit Gounods „Messe C-Dur“, dem bittenden Kyrie „Herr erbarme dich“, dem Gloria, dem Sanctus und dem sehr schön getragen Agnus Dei. Musikalische Anbetung und Lobpreisung in klangschönen Melodienfärbungen begeisterten die Gäste in den fülligen Klangteppichen des Gemeinschaftschores. Stimmig auch im „Paradisum“ von Gabriel Fauré und fulminant in Bachs „Domine, non secundum“ und „Freut euch alle.“ Hoch musikalisch ausdeutend begleitete auf seinem prächtigen Kontrabass Andreas Dietrich und ebenso, sich abwechselnd auf der Kastenorgel, die Kirchenmusiker Bernd Liffers und Christoph Zirener. Sie führten mit sicherer Hand ihre Chöre zu möglichen Höchstleistungen.
Jeder Chor präsentierte sich auch einzeln. Der evangelische Kirchenchor, verstärkt durch das Ilper Chörchen, hatte mit Buxtehudes Kantate „Alles was ihr tut“ den musikalisch schwersten Part zu meistern. Sehr schön innig die Solopassage mit Bernd Liffers gefühlvollem Bariton. Der kleine Chor von St. Ludgerus gefiel mit melodiös klarem gut artikuliertem „Exultate Deo“ und „Stern auf diesem Lebensmeere“ von Johann Michael Haydn, (Bruder von Josef Haydn). Mit „Herr großer Gott, dich loben wir“ des gleichen bedeutenden Komponisten sakraler Werke aus dem 19. Jahrhundert glänzten, melodiös und geschlossen die Stimmen des Chores St. Suitbertus.
Solistisch bereicherten farbig timbriert die „Eigengewächse“ Barbara Steingens (Sopran) Ursula Bittner (Sopran), Annegret Hasselrath (Alt), Rosl Zock (Alt) und Heinrich Kneipp (Bass) mit Arien und Liedern von Mendelssohn- Bartholdy. Barbara Steingens mit „Ave Maria“ von César Frank erntete Begeisterungsstürme.
Zwei Zugaben des Gemeinschaftschores setzten leuchtende Schlussakkorde.
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