Ratingen: Nachts im Musik-Museum
VON PHILIPP ADOLPHS - zuletzt aktualisiert: 10.06.2009Düsseldorf (RPO). Das Saxophon Quartett Pindakaas und der Schauspieler Martin Heim führten ihr selbst geschriebenes Musiktheater "Der Meisterdieb und das Geisterquartett" im Stadttheater vor.
Fast 500 Grundschüler begaben sich gestern Vormittag in Begleitung von 35 Lehrern von ihren Schulen ins Stadttheater. Dort erwartete sie eine besondere Vorstellung, das Musiktheater "Der Meisterdieb und das Geisterquartett". Geschrieben und aufgeführt wurde das Stück vom Pindakaas Saxophon Quartett mit dem Schauspieler Martin Heim.
Heim sammelte seine Bühnenerfahrung unter anderem als Synchronsänger für die Sesamstraße und die "Muppet's Show" und ist stets an mehreren Theatern beschäftigt. Bereits vor zwei Jahren spielte er mit den Pindakaas im Stadttheater in dem Musiktheater "Die Abenteuer des Monsieur Sax".
Authentisch, kindgerecht und unterhaltsam verkörperte er nun erst einen Museums-Wächter, der sich um das so genannte wundersame Museum für Musik kümmert. "Nachts im Museum" spielte er dann allerdings den Meisterdieb Paolo Passepartout, mit einem besonders außergewöhnlichem Auftrag: die wertvollste Musik der Welt aus dem Museum zu stehlen.
Die Pindakaas
Das Pindakaas Saxophon Quartett gründete sich 1990 und machte sich auf internationalen Konzerten und Musik-Festivals einen Namen als begnadete Kammermusiker.
So wurden die vier Musiker mit dem Kulturpreis beim Meisterkurs "Kammermusik mit Saxophonen" ausgezeichnet und haben bereits mehrere CDs aufgenommen. Eine CD ist die WDR-Produktion ihres Musiktheaters, das mit Martin Heim als Kinder-Hörspiel live übertragen und aufgenommen wurde.
Witzig und kreativ erklärte der Dieb den jungen Zuschauern sein schier unmögliches Vorhaben: kann man doch Musik nicht wirklich stehlen wie etwa ein Bild oder ein Gedicht. Überrascht wird Paolo durch das Geisterquartett, gespielt vom Saxophon Quartett Pindakaas. Denn die Figuren einer Musiker-Dynastie, die durch die Jahrhunderte hindurch verschiedene Musikstile prägten, fangen an zu leben, oder besser, zu musizieren.
Schnell erkennen die Kinder im Publikum bekannte Songs wieder, wie etwa den "Pink Panther", als Paolo der Meisterdieb versucht, sich ins Museum zu schleichen. Nacheinander versucht Paolo, in den Musik-Geistern mit ihren unterschiedlichsten Stilen, die wertvollste Musik der Welt zu finden und wendet sich zuerst der Klassik zu, dann der Moderne, schließlich dem Jazz und der Pop-Musik. Doch anstatt seinen Auftrag auszuführen, lässt er sich fesseln von der Musik der jeweiligen Epochen und fängt sogar selbst an, mit ihnen zu musizieren und zu singen.
Das Stück der Pindakaas mit Martin Heim begeistert mit seinem kindgerechtem Unterhaltungswert, einem hohen Niveau bezüglich Text und Musik sowie einer lehrenden Komponente.
Schließlich erfuhren die Kinder bei dem Musiktheater, welche verschiedenen Musikrichtungen es gibt, wie sie klingen und dass der "Geist der Musik" etwas ganz besonderes ist, so Heim. Das sei vor allem in Zeiten wichtig, wo "Musikunterricht nicht mehr selbstverständlich" für Schüler in jungem Alter sei, findet der Schauspieler, Autor und Sänger.
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