Ratingen: Nadel-Köder gegen Hunde
VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 09.04.2010Düsseldorf (RPO). Nach ähnlichen Fällen in Solingen und Erkrath sind nun auch in West im Bereich des Lindwurms Hundeköder aufgetaucht, die mit Stecknadeln gespickt waren. Den Vierbeinern ist zum Glück nichts passiert.
Auch in West sind mit Nadeln gespickte Hundeköder gefunden worden. Am Dienstag war ein ähnlicher Fall aus Erkrath bekannt geworden. Werner Graf, Vorsitzender des Verwaltungsbeirates der Eigentümergemeinschaft Lindwurm, wurde am Mittwoch alarmiert: Zwei Frauen waren am Abend zuvor beim Gassigehen mit ihren Hunden auf die Killer-Köder gestoßen.
Zuerst "traf" es Ingrid Peters, die mit ihrer "Lisa" am Sandbach spazieren ging. Der Bereich am Bach zwischen Westtangente und Kirchenzentrum ist ein beliebter Auslauf für Hundebesitzer. "Lisa" hatte plötzlich einen Hundekuchen im Maul, doch Frauchen merkte schnell, dass etwas nicht stimmte: Das Leckerchen war mit handelsüblichen Stecknadeln gespickt. "Lisa" hatte offenbar beim Reinbeißen das Pieksen gemerkt und dann abgelassen.
Etwa zur gleichen Zeit, es war am späten Nachmittag, führte Eva Conrad den kleinen Jack Russell ihrer Nachbarin Ingrid Bischoff aus. Obwohl "Luna" an der Leine lief, gelang es dem Terrier, sich an einer Hecke einen länglichen Hundekuchen zu schnappen und ihn im Maul mit nach Hause zu tragen. Dort angekommen, legte er den Kuchen ins Körbchen. Bei näherem Betrachten entdeckte Conrad vier Nadeln – jeweils von beiden Seiten hineingesteckt. Der perverse Köder wurde sofort sichergestellt, die Polizei wurde informiert.
Werner Graf spricht von einem "Irren", einem Hundehasser, der da offenbar sein Unwesen treibe. Und vermutet eine Nachahmungstat. Denn ob der Fall in Erkrath-Hochdahl am frühen Montagmorgen mit den Funden in West zusammenhängt, ist nach Meinung der Beteiligten eher unwahrscheinlich.
Auch die Polizei geht zunächst nicht von ein und demselben Täter aus. Zumal sich bereits am 31. März ein ähnlicher Fall in Solingen ereignet habe, wie Frank Sobotta von der Polizeipressestelle in Mettmann gestern sagte.
In Erkrath hatte der Hund kein Glück: Er würgte den Köder herunter, mehrere Nadeln steckten in seinem Hals fest. Er musste noch in der Nacht in einer Tierklinik notoperiert werden.
Die Polizeibeamten stellten zehn bis zwölf ein mal ein Zentimeter große Käse- sowie Speck- und Trockenfleischstücke sicher, die allesamt mit Stecknadeln durchstochen waren. Der Täter habe sich sogar die Mühe gemacht, die Enden einiger Nadeln umzubiegen, so Sobotta. Damit sollte wohl verhindert werden, dass sich die Nadeln von den Ködern lösen. Über die mögliche Motivation des Täter vermag die Polizei noch nichts zu sagen: Man habe noch keinen dingfest machen können.
Werner Graf will mit Aushängen die Hundehalter im Bereich des Lindwurms warnen. Auch die Polizei ruft dazu auf, darauf zu achten, dass die Vierbeiner nicht unbedarft Köder oder Lebensmittel fressen.
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