Ratingen: Naherholung für den Wald
VON IRIT BAHLE - zuletzt aktualisiert: 19.04.2008Düsseldorf (RPO). Anderthalb Jahre nach dem Orkan „Kyrill“ befinden sich die Wälder in einem Erneuerungszustand. Große Flächen müssen aufgeforstet werden. Zum Tag des Baumes stellte die RP die Frage: Wie geht es dem Wald?
Am kommenden Freitag ist der „Tag des Baumes“. Wie steht es um das Ratinger Grün über ein Jahr nach dem Orkan „Kyrill“? Christoph Menzel vom Revier Lintorf der von Spee’schen Forstbetriebe sagt: „Der Ratinger Wald ist nach Kyrill in einem Erneuerungszustand, weil durch den Sturm 30 Hektar Kahlfläche entstanden sind.“ Diese Flächen müssten in den nächsten Jahren aufgeforstet werden. Das werde fünf Jahre dauern. Die Aufräumarbeiten nach dem Sturm seien jetzt bis auf eine Restmenge von 15 Prozent abgeschlossen. Nach dem Sommer werden die Sturmschäden komplett beseitigt sein.
Käfer und saurer Regen
Auch Borkenkäfer und Umweltverschmutzung setzen dem Wald zu. In Fichtenbeständen sind die sturmgeschädigten Bäume besonders anfällig für Borkenkäfer. Der Borkenkäfer braucht allerdings trockene Witterung und Wärme – deshalb fühlt er sich zurzeit nicht so richtig wohl und stellt noch kein Problem dar.
Dem Laubholz in Altbeständen machen Umweltverschmutzung und saurer Regen zu schaffen: Die Wurzeln sterben ab, die Blätter und schließlich ganze Baumkronen vertrocknen.
Im Ratinger Wald gibt es vor allem Laubholz (70 Prozent): Buchen, Eichen, Erlen und Eschen. Das entspricht auch den natürlichen Bodenbedingungen. „Kyrill hat aufgeräumt und vor allen die Fichtenbestände umgemäht“, sagt Menzel. Auch wenn nach dem Orkan fast alles aufgeräumt ist, droht den Waldbesuchern noch Gefahr: Volker Steinhage, Revierleiter für Ratingen beim Landesbetrieb Wald und Forst, betont, dass sich Bürger von Waldgebieten, die noch nicht vollständig aufgeräumt seien, fernhalten sollten. Der Folgesturm „Emma“ hat die bereits durch „Kyrill“ geschwächten Bäume zu einer gefahr werden lassen. Ohnehin sollten die Wege nicht verlassen werden, um Pflanzen und Tiere zu schützen. Erholungssuchende müssten mit der natürlichen Gefahr im Wald durch herabfallende Äste und umstürzende Bäume rechnen und sich entsprechend verhalten, so Menzel.
Genutzt wird der Ratinger Wald auf vielfältige Art und Weise: Für die Waldbesitzer ist er ein Wirtschaftsgut und für die Anwohner der angrenzenden Wohngebiete ein Ort der Naherholung. Der Wald fungiert aber auch als Lärm- und Emissionsschutz und als Ausgleichsfläche für Industriegebiete, erklärt Steinhage, der auch als Waldpädagoge tätig ist. Schulklassen, Wandergruppen und andere Naturinteressierte können bei ihm spielerisch den richtigen Umgang mit dem Wald kennen lernen.
Der städtische Wald ist nach Angaben des Grünflächenamts in einem guten Zustand. Er sei vor allem ein Erholungs- und kein Nutzwald und als solcher werde er auch gehegt und gepflegt.
Sogar den Orkan „Kyrill“ habe der städtische Wald gut überstanden. Dort seien lediglich wenige Einzelbäume entwurzelt worden, so Manfred Fiene, Leiter des Grünflächenamtes.
Die schlimmsten Schäden habe es zum Beispiel auf den Friedhöfen gegeben. So musste der Waldfriedhof wegen akuter Gefährdung lange für jegliche Besucher komplett gesperrt werden. Dort lagen entwurzelte Bäume kreuz und quer durcheinander und hatten auch zahlreiche Gräber verwüstet.
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