Ratingen: Navi für Orthopäden
VON PAUL KÖHNES - zuletzt aktualisiert: 15.05.2009Düsseldorf (RPO). Am Klinikum Niederberg entsteht ein neues Bewegungszentrum für Orthopädie und Rheumatologie unter Leitung von Dr. Peter Klever und Martin Händler. Neue Wege geht man bei Knieprothesen-Operationen.
niederberg Die chirurgische Klinik am Klinikum Niederberg stellt sich neu auf. Das medizinische Leistungsspektrum soll erweitert werden. Als Ärzte-Doppelspitze werden sich künftig Dr. Peter Klever und Martin Händler die Aufgaben teilen. Ihre gemeinsamen Ziele stellten sie gestern im Klinikum vor.
Neu in der ärztlichen Leitung ist der Orthopäde und Rheumatologe Martin Händler (43). Vor seinem Wechsel an die Robert-Koch-Straße war er drei Jahre lang Oberarzt am Wuppertaler St.-Josef-Hospital. Sein Arbeitsschwerpunkt wird die Wiedereinführung der Knie-Endoprothetik (künstliche Kniegelenke) sein. Außerdem will er sich am Aufbau eines Bewegungszentrums beteiligen.
Veränderte Ausgangslage
Die neue Ausrichtung begründete der leitende Abteilungsarzt Dr. Klever gestern so: "Die Zahl der Unfälle geht eher zurück, aber es gibt mehr Ältere und chronisch Kranke. Verschleißerkrankungen an Gelenken, außerdem Rheuma sind Leiden, die Spezialbehandlungen brauchen." Das neue Bewegungszentrum will hier ansetzen, in enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten. Vor allem Rheumapatienten in der Region Velbert und Heiligenhaus möchte man so weite Wege in Therapiezentren ersparen.
Erweitert werden können die Möglichkeiten der Knie-Endoprothetik. Hier hatte das Klinikum in der Vergangenheit nicht die gesetzlich vorgeschriebene Mindestfallzahl von 50 Operationen pro Jahr erreicht. Um dieses Gebiet wird sich Martin Händler vorrangig kümmern. Auch mit Hilfe neuer Technik. Für seine Operationen nutzt er ein Navigationsgerät. Es heißt mit vollem Namen "PiGalileo TKR Light V2.0". Hinter der eher verwirrenden Bezeichnung steckt die Idee, künstliche Kniegelenke mit größtmöglicher Präzision einzupassen. "Es geht aber nicht um Roboter-Operationen oder dergleichen", sagt Händler nachdrücklich. "Robotik macht Patientenvertrauen kaputt." Das Gerät diene lediglich der präzisen Vermessung. Anhand von vorgeschriebenen, künstlichen Messpunkten in Oberschenkel und Schienbein ("anatomische Landmarken") berechnet der Computer im 120 000 Euro teuren Gerät virtuelle Modelle und schlägt die exakte Einpassung des Implantats vor. "Der Operateur trifft aber in jedem Fall die letzte Entscheidung", betont Händler.
Die Methode soll ein Plus bei der Sicherheit bieten, indem sie hilft, Fehllagen des eingesetzten Gelenks zu vermeiden. Durch den Einsatz des Navis verlängert sich die Operationsdauer geringfügig. Der Einsatz sei absolut harmlos, habe keine Nebenwirkungen und sei in jedem Einzelfall anwendbar – falls der Patient dies wünsche, sagten die Mediziner.
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