Ratingen: Netzwerk der Hilfe
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 11.05.2011Düsseldorf (RPO). Leben mit Demenz: Die Theodor Fliedner Stiftung hat einen Ratgeber veröffentlicht und ab sofort eine kostenlose Hotline geschaltet. Das Angebot umfasst die Städte Ratingen, Duisburg und Mülheim.
Der Ratgeber ist druckfrisch, die Hotline ist geschaltet. Die RP fasst die wichtigsten Fragen rund um die Broschüre und die telefonische Beratung zusammen.
Warum gibt es dieses neue Angebot der Theodor Fliedner Stiftung?
Der Bedarf ist riesengroß. Mehr als 80 Prozent der Menschen mit Demenz (Lat. "Verlust von Geist") werden in der Familie versorgt, mehr als zwei Drittel von einer Person gepflegt. Wichtig ist es, dass Pflege und Betreuung auf viele und professionelle Schultern verteilt werden. Uwe Wolfs, Fachbereichsleiter für den Bereich "Leben im Alter" in der Theodor Fliedner Stiftung, betont, dass viele Betroffene und Angehörige die Angebote wie ambulante Hilfen gar nicht kennen.
Wieso bündelt die Theodor Fliedner Stiftung die Informationen?
Die Stiftung verfügt über ein eigenes engmaschiges Netzwerk in der ärztlichen Versorgung, Pflege, Betreuung und Beratung von Menschen mit Demenz. So gibt es im Haus Bethesda in Lintorf zum Beispiel Wohngemeinschaften für demenzkranke Menschen. Die Vernetzung innerhalb der Stiftung umfasst den sogenannten Erstkontakt in den Beratungsstellen für Erkrankte und ihre Angehörigen, die fachärztliche Versorgung im Fliedner Krankenhaus in Lintorf und die spezielle Betreuung in Wohngruppen, die es auch in Mülheim und Duisburg gibt.
Werden ausschließlich Angebote der Stiftung erläutert?
Nein. Bei Bedarf verweisen die Hotline-Mitarbeiter auf andere Stellen und Leistungen. Es gibt auch eine enge Zusammenarbeit mit der Ratinger Demenzinitiative.
Wo läuft die Hotline auf?
Mitarbeiter von "fliedner ambulant" sitzen am Telefon. Es handelt sich um einen ambulanten Pflegedienst für die Städte Mülheim, Duisburg und Ratingen. Die Fachkräfte sind zunächst der Ansprechpartner, sozusagen der erste Lotse.
Wann kann man die Nummer der Hotline wählen?
Die unentgeltliche Servicenummer (0800-40 30 222) ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr geschaltet. Es entstehen keine Kosten.
Wo gibt es die Broschüre?
Der Ratgeber ist unter anderem über die Fliedner-Mitgliedseinrichtungen des Netzwerks erhältlich. Das kompakte Heft soll aber auch in Arztpraxen und Demenz-Cafés ausliegen. Zudem gibt es die Möglichkeit, die Informationen im Internet herunter zu laden. Dazu gibt es eine eigene Website unter www.demenz.fliedner.de.
Hält die Broschüre Tipps für den Umgang mit Demenzkranken bereit?
Ja – und zwar in gebündelter Form. So sollte man den Betroffenen für jede Tätigkeit, die er selbst ausführt, mit Worten, durch Berühren oder ein Lächeln loben. Man sollte langsam und deutlich sprechen sowie möglichst kurze und einfache Sätze wählen.
Wenn man als Angehöriger unsicher ist und Fragen hat – was sollte man tun?
Dr. Michael Schifferdecker, Ärztlicher Direktor des Fliedner Krankenhauses, rät dazu, die Hotline-Nummer zu wählen. Sein Vater, so erzählte er, sei an Demenz erkrankt. Da wusste er zunächst auch nicht, an wen er sich wenden sollte.
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