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Lintorf: Neues Konzept für die Manege

VON BASTIAN FLEERMANN - zuletzt aktualisiert: 25.08.2007

Düsseldorf (RPO). Jochen Celler, Leiter des Jugendzentrums in Lintorf, sagte im RP-Gespräch: „Die Schlägerei war ein Einzelfall.“ Jetzt sollen neue Ideen die aufgewirbelte Besucherszene beruhigen. Ab November gibt es ein weiteres Jugendangebot.

Marion Ramrath vom Jugendamt und Manege-Leiter Jochen Celler bei einer Konzept-Besprechung im vergangenen Sommer.  Foto: RPO
Marion Ramrath vom Jugendamt und Manege-Leiter Jochen Celler bei einer Konzept-Besprechung im vergangenen Sommer. Foto: RPO

Nach einer heftigen Schlägerei am 4. August in der Manege und dem sofortigen Ende der Tanzreihe „Zappeln“ (RP berichtete) gab es Diskussionen um das Konzept des Lintorfer Jugendzentrums. Nach rund drei Wochen geht es nun an die ruhige Analyse.

„Ich bin seit 27 Jahren beim Jugendamt“, sagt Manege-Leiter Jochen Celler. „Aber so einen Ausbruch von Gewalt habe ich noch nie erlebt.“ Drei Sicherheitsleute waren nötig, um zwei Zwillingsbrüder zu bändigen. „Es hatte überhaupt keinen Sinn. Beide mussten einfach gesichert werden, sonst hätte es noch mehr Eskalationen gegeben“, so Celler beim Gespräch mit unserer Zeitung. Immer wieder habe es in der Vergangenheit Ärger mit den beiden Jungs gegeben.

Info

Jugendzentrum

Das Jugendzentrum Manege besteht seit 1983 an der Jahnstraße in Lintorf. Die legendäre Tanzreihe „Zappeln“ gab es zwischen 1992 und 2007 und war anfangs eine Initiative von Schülern des Kopernikus-Gymnasiums.

Infos gibt es unter „www.jugendzentrum-manege.de“ oder unter Tel. 550-56 20.

Randgruppen im Haus

Dass die Türe der Manege abgeschlossen gewesen sei, sei schlichtweg eine falsche Behauptung. „Wir dürfen schon aus Sicherheitsgründen die Türen niemals abschließen“, versicherte Celler.

Auch Marion Ramrath vom Jugendamt war von dem Vorfall erschüttert. „Glücklich sind wir alle nicht. Jetzt müssen wir klären, wie es weitergehen soll.“ Die Ursachen lägen viel tiefer. Beide erklärten, dass die Ratinger Jugend in den vergangenen Jahren unruhiger geworden sei. Celler: „Wir fassen viele Randgruppen in unserem Hause zusammen. Da kribbelt´s.“ Auch Ramrath bestätigt: „Die Szene hat sich stark verändert.“

Jetzt kommen die Neukonzepte: Die Türsteher von der Düsseldorfer Firma EST, die in den Vorfall eingebunden waren, werden nicht mehr zur Lintorfer Manege kommen. „Einfach weil sie dabei waren und nicht, weil sie etwas falsch gemacht hätten. Es ist normal, die Sicherheitsleute dann auszutauschen, um Ruhe herzustellen“, sagt Ramrath.

Ab November, so Celler, werde es in der Manege eine neue Veranstaltungsreihe für Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren geben. An jedem ersten Samstag im Monat heißt es dann: kein Alkohol, keine Zigaretten. Der Beginn ist schon auf 19 Uhr angesetzt, spätestens um Mitternacht soll die Party zu Ende sein. „Das wird alles etwas entzerren“, meinte Celler.

Angetrunkene würden schon an der Türe abgewiesen. „Wir haben auch schon oft selbst alkoholisierte Jugendliche zu ihren Eltern gefahren“, erinnerte sich Celler. Er will wieder Vertrauen herstellen. „Meine Gesprächsangebote für die Jugendlichen stehen nach wie vor. Wir können über alles reden.“

Und er ergänzte ganz klar: „Ich hätte als Außenstehender meine Kinder auch nicht mehr zum Zappeln geschickt.“ Bei 10 000 Kindern und Jugendlichen, die im Jahr in die Manege kommen, würden nun nur zwei Einzelne das Jugendamt noch lange beschäftigen.

Die Mutter der Zwillinge hatte gegen die Türsteher und eine Polizistin Strafanzeige gestellt. Celler wird sich hierzu als Zeuge äußern müssen. Im folgenden Jahr feiert die Manege ihr 25-jähriges Bestehen. Ramrath: „Bis dahin soll wieder Ruhe herrschen.“

Quelle: RP

 
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