Ratingen: Optimismus am Arbeitsmarkt
VON MANFRED MÜSCHENIG - zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Düsseldorf (RPO). Martin Klebe, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Wuppertal, appelliert an Unternehmen, sich verstärkt
um Ausbildung des Nachwuchses zu bemühen. Zahl der Kurzarbeiter in Niederberg geht deutlich zurück.niederberg Besser als noch zu Beginn des Jahres erwartet hat sich die Arbeitslosigkeit im Raum Niederberg im ersten Halbjahr entwickelt, freut sich Martin Klebe, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Wuppertal, die auch für Velbert, Wülfrath und Heiligenhaus zuständig ist. Hatte Klebe im Januar noch fest mit weiter steigenden Arbeitslosenzahlen für dieses Jahr gerechnet, konnte er gestern berichten, dass seine Geschäftsstelle zu den fünf Agenturen in NRW zählt, in denen die Arbeitslosenquote auch im Juli zurückgegangen ist, während der Trend im Land noch in die andere Richtung zeigt. Im Juli sank die Quote für Niederberg von 8,5 auf 8,4 Prozent, ein Jahr zuvor hatte sie noch bei 9,3 Prozent gelegen.
Zahlen für Heiligenhaus
In der Stadt waren im Juli 1148 Männer und Frauen arbeitslos. Das sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 31 weniger als im Vormonat und 156 weniger als im Vorjahr.
Das heißt: Binnen Jahresfrist sank die Arbeitslosigkeit in Heiligenhaus um zwölf Prozent.
Die positive Stimmung in der Automobilbranche, die zum Teil wieder brummt, wirke sich auch auf die Zulieferbetriebe im Raum Niederberg aus. Und auch für die nächsten Monate ist Kleber zuversichtlich: "Es herrscht deutlich mehr Optimismus als Pessimismus". Neben Fachkräften würden in Niederberg auch wieder Metallhilfskräfte und Montierer eingestellt, ergänzte Eva Walgenbach, Leiterin der Arbeitsagentur in Velbert. Allerdings müssten die Hilfskräfte schon über eine gewisse Berufserfahrung verfügen, Ungelernte völlig ohne Praxiskenntnisse seien weiter schwer unterzubringen.
Hier sieht Martin Klebe auf die Betriebe im niederbergischen Raum große Probleme zukommen, wenn sie sich nicht noch stärker als bisher um die Ausbildung des Nachwuchses bemühen. Derzeit seien in Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath lediglich noch 73 Ausbildungsplätze frei, 16 Prozent weniger als vor einem Jahr, während immer noch 482 Jugendliche eine Lehrstelle suchen. "Wer zukünftig die dringend benötigten Fachkräfte an Bord haben möchte, kommt nicht daran vorbei, diese selbst auszubilden", betont Klebe. Auch wenn ein Bewerber nicht auf den ersten Blick überzeuge, lohne oft ein zweiter Blick, "denn in vielen Jugendlichen schlummern verborgene Talente. Auch ein Kurzpraktikum kann helfen, diese Talente sichtbar zu machen". Klebe denkt in diesem Zusammenhang auch an den Weiterbau der A 44 bis nach Velbert. Wenn diese Autobahn fertiggestellt ist, sei es für die jungen Leute noch viel einfacher, sich in Richtung Düsseldorf zu orientieren, man müsse sie möglichst vorher an die Region binden.
Kurzarbeit ist in Niederberg immer noch ein Thema, allerdings ist die Zahl der Kurzarbeiter vom Höchststand im Mai 2009 (9434 Personen) bis März 2010 deutlich auf 4236 Beschäftigte gesunken.
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